Mutter eines Mordopfers warnt vor Wahl von Neonazi-Partei

19. September 2015, 20:46
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Linker Rapper Fyssas von Goldene-Morgenröte-Sympathisant erstochen

Athen – Die Mutter des linken Rappers Pavlos Fyssas, der vor zwei Jahren von einem Anhänger der griechischen Neonazi-Partei Chrysi Avgi (Goldene Morgenröte) erstochen wurde, hat vor der Wahl der rechtsextremen Partei gewarnt. Jeder Wähler der Partei werde "zum Mordkomplizen", sagte Magda Fyssas der Wochenzeitung "To Vima" vom Samstag.

Die Mitglieder der Partei seien "Reptilien", die Partei insgesamt eine "Nazi-Organisation, die Hitlers Programm folgt". "Sie werden nicht aufhören, ich hoffe nur, dass kein anderes Kind den Preis zahlt", sagte Fyssas.

Parteimitglieder verhaftet

Der 34-jährige Pavlos Fyssas war am 17. September 2013 vor einer Bar von einem Chrysi-Avgi-Anhänger erstochen worden. Seine Familie wirft der Parteiführung vor, den Mord angeordnet zu haben. Die Tat schockierte das Land und führte zur Festnahme zahlreicher Parteimitglieder, darunter etlicher Parlamentsabgeordneter. Die offen antisemitische und fremdenfeindliche Partei war in den 80er-Jahren gegründet worden, führte jedoch lange Zeit ein politisches Schattendasein.

Die Wut über Einwanderung und Sparmaßnahmen katapultierte sie im Jahr 2012 aber ins Parlament. Damals wurde die Partei drittstärkste Kraft und erhielt 18 Mandate. Trotz der Empörung in der Öffentlichkeit über ihre Politik und ihre gewaltsamen Anhänger könnte Chrysi Avgi bei der Parlamentswahl am Sonntag mit sechs Prozent der Stimmen erneut auf dem dritten Platz landen. (APA, 19.9.2015)

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