Chemiker Bechtold erhält Vorarlberger Wissenschaftspreis 2015

18. September 2015, 18:06
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Würdigungspreis wird geteilt – Geht an Psychologen Guido Kempter und Genetiker Axel Mündlein – Spezialpreise für Michael Graf und Valentin Knünz

Bregenz – Der Chemiker Thomas Bechtold erhält in diesem Jahr den mit 10.000 Euro dotierten Vorarlberger Wissenschaftspreis. Der Würdigungspreis, der in diesem Jahr geteilt wird, geht an den Psychologen Guido Kempter und den Genetiker Axel Mündlein. Mit je einem Spezialpreis werden der Biochemiker Michael Graf und der Physiker Valentin Knünz ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet am 9. November statt.

Der in Dornbirn gebürtige Bechtold (Jahrgang 1956) gilt als einer der führenden Experten auf den Gebieten der elektrochemischen Prozesse, der Faserfoschung, der Polymer-Chemie, der textilen Physiologie und Textilbekleidung, gab die Vorarlberger Landeskorrespondenz am Freitag bekannt. Seit 1984 hat der Leiter des Instituts für Textilchemie und -physik an der Universität Innsbruck über 260 Publikationen veröffentlicht und über 20 Patente angemeldet. Für seine Arbeiten hat er bereits zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhalten, er ist zudem Gutachter zahlreicher Verlage und Forschungsförderungseinrichtungen.

Kempter (1965 in Dornbirn geboren) ist seit 2000 Hochschullehrer für Psychologie an der Fachhochschule Vorarlberg. Seine Forschungsschwerpunkte "Mensch-Technik Interaktion" und "Umgebungsunterstütztes Leben" behandeln gesellschaftlich relevante Themen und beziehen in ihrer Ausrichtung die Bedürfnisse der Vorarlberger Unternehmen und Sozialorganisationen mit ein. Mündlein (1969 in Bregenz geboren) ist seit 2005 Mitarbeiter des Vorarlberger Instituts für vaskuläre Medizin (VIVIT), er leitet dort das molekularbiologische Labor. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf der Genetik kardiometabolischer Erkrankungen und Krebs.

Enzymforschung und Quantenchromodynamik

Graf (Jahrgang 1983) verfasste eine Dissertation über das aktive Zentrum von Pyranose Dehydrogenase (PDH), ein Enzym, das für den Abbau von Lignocellulose und damit für den gesamten Bereich der nachhaltigen Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen von Interesse ist. Knünz (Jahrgang 1985) widmete sich in seiner Dissertation der Messung der Quarkonium-Polarisation zum Studium der Quantenchromodynamik am Teilchenbeschleuniger LHC des CERN in Genf. In seinen Forschungen hat Knünz die ersten Polarisationsmessungen am LHC etabliert und innovative Techniken für die Polarisationsmessung entwickelt. Damit hat er eine Lösung des sogenannten "quarkonium polarization puzzle" aufgezeigt.

Der Wissenschaftspreis des Landes Vorarlberg wird seit dem Jahr 2000 vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert, für den Würdigungspreis sind 7.000 Euro ausgesetzt. Zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sind die Spezialpreise in Höhe von 3.000 Euro eingerichtet. (APA, 18.9.2015)

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