Österreicher beziehen ihre Polit-Infos nach wie vor offline

18. September 2015, 12:11
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31 Prozent der Österreicher befassen sich stark mit Politik, 20 Prozent gar nicht

Knapp ein Drittel der Österreicher befasst sich stark mit Politik. Infos werden nach wie vor in erster Linie offline aus TV und Printmedien bezogen. Der Online-Bereich spielt eine etwas kleinere Rolle, rangiert jedoch noch vor Social Media. Das Netz als Nachrichtenquelle gewinnt aber erwartungsgemäß bei den Jüngeren an Bedeutung, zeigen die Ergebnisse einer am Freitag präsentierten IMAS-Umfrage.

31 Prozent der 1.006 im Sommer befragten Über-16-Jährigen gaben an, sich sehr oder zumindest ziemlich stark mit aktuellen innenpolitischen Vorgängen auseinanderzusetzen, 25 Prozent nicht besonders und 20 Prozent gar nicht. Jeder Vierte konnte sich für keine Antwortmöglichkeit entscheiden. Generell befassen sich Männer mehr mit dem Thema als Frauen, das Interesse der Jugend ist deutlich geringer als jenes der Älteren, aber es steigt mit dem Bildungsstand. Betrachtet man den langjährigen Verlauf, so zeigt sich ein Trend nach unten: Im Jahr 2000 lag der Anteil der Interessierten noch bei 48 Prozent.

18 Prozent am Laufenden

Von den politisch Interessierten gaben 18 Prozent an, sie wollen am Laufenden sein. 13 Prozent befassen sich mit der aktuellen Flüchtlingsthematik. Hingegen begründen nur vier Prozent ihre Aufmerksamkeit damit, dass sie etwas verändern wollen. Jene, die sich eher wenig mit dem Thema beschäftigen, nannten am häufigsten mangelndes Interesse als Begründung (30 Prozent), gefolgt vom Gefühl, ohnehin keinen Einfluss zu haben (18 Prozent) oder der Unzufriedenheit mit der Performance bzw. der Arbeit der Politik (je zwölf Prozent).

Als Informationsquelle für politische Vorgänge nutzen 64 Prozent der Österreicher das Fernsehen, 55 Prozent Zeitungen (in Papierform) und 40 Prozent das Radio. Allerdings gibt es Unterschiede nach Alter: So werden diese Medien von der Generation 60-plus über- und von den Unter-35-jährigen unterdurchschnittlich oft genutzt. Der zweitwichtigste Block an Infoquellen sind Gespräche mit Freunden (33 Prozent) bzw. der Familie (26 Prozent). Hier klafft das Verhalten der einzelnen Altersgruppen nicht so stark auseinander.

19 Prozent informieren sich auf Homepages, 15 Prozent durch Online-Zeitungen. Facebook (zwölf Prozent) oder andere Soziale Medien (vier Prozent) rangieren dahinter, sind aber für die Jungen eklatant wichtiger als für die mittleren und älteren Jahrgänge. Die politisch Interessierten nutzen alle – digitale wie analoge – Medien, die die Meinungsforscher zur Auswahl gestellt haben, häufiger als die Uninteressierten.

Insgesamt erfolgt die Information, wenn man die Gesamtbevölkerung betrachtet, zu 28 Prozent online und zu 72 Prozent offline. Am größten ist der Online-Anteil mit 38 Prozent bei den Unter-35-Jährigen, am geringsten bei den Über-60-Jährigen mit 17 Prozent. (APA, 18.9. 2015)

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