Iraner ließ Ehefrau nicht zu Asien-Meisterschaft in Malaysia

18. September 2015, 10:42
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Nationalteam-Kapitänin begehrte kurz auf, beugte sich aber – Gesetze verbieten es Iranerinnen, ohne Zustimmung des Ehemannes das Land zu verlassen

Teheran – Die Kapitänin der iranischen Fußballnationalmannschaft, Niloofar Ardalan, wird von ihrem Mann nicht zur Asien-Meisterschaft in Malaysia gelassen. Erst wehrte sich die 30-Jährige gegen das Verbot und rief damit ein enormes Echo in den Sozialnetzwerken hervor, beugte sich aber schließlich doch dem Willen ihres Gatten.

Die Gesetze in der Islamischen Republik Iran verbieten es Frauen, ohne Zustimmung ihres Mannes ihr Haus und erst recht ihr Land zu verlassen. In einem Interview mit der iranischen Nachrichtenagentur Nasim forderte Ardalan eine Änderung der Gesetze. Sie wünsche sich ein Gesetz für Sportlerinnen, "damit wir unsere Rechte in diesen Fragen verteidigen können", zitierte sie die Agentur.

Eine "Familienangelegenheit"

Ardalans Mann Mehdi Tutunchi ist Sportkommentator. Er begründete seine Entscheidung damit, dass seine Frau durch die Reise die Einschulung ihres siebenjährigen Sohnes verpassen würde. Als die Sache immer mehr publik wurde und Facebook-NutzerInnen sich gegen den Ehemann wandten, machte Ardalan selbst einen Rückzieher. Der Nachrichtenagentur sagte sie, es handle sich um ihre "private Familienangelegenheit". Sie bedauere, dass "antirevolutionäre Medien" ihren Fall für die eigenen Zwecke ausgenutzt hätten. (APA, 18.9.2015)

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