Syrien-Konflikt: Washington zu Gesprächen mit Moskau bereit

17. September 2015, 20:10
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Weißes Haus: "Taktische, praktische Debatten" denkbar

Washington – Die US-Regierung hat sich zu Gesprächen mit Russland über den Syrien-Konflikt bereit erklärt. Washington sei "offen" dafür, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, am Donnerstag. Denkbar seien "taktische, praktische Debatten" mit Moskau. Russland hatte zuvor nach Angaben von US-Außenminister John Kerry bilaterale Militärgespräche zum Konflikt in Syrien vorgeschlagen.

Kerry sagte am Mittwoch, Moskau strebe einen direkten Gesprächsdraht zwischen den Streitkräften der USA und Russlands an, um sich gegenseitig über das Vorgehen in dem Bürgerkriegsland zu informieren und möglichen Zwischenfällen vorzubeugen. Der US-Außenminister hatte am Dienstag mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow telefoniert. Die USA hatten den Militärdialog mit Moskau im März 2014 wegen der Ukraine-Krise eingefroren.

"Utopie"

Lawrow hat einen Rücktritt des umstrittenen syrischen Präsidenten Bashar al-Assad als Utopie abgetan. Ein Abgang Assads, wie ihn manche im Westen fordern, werde keinen Erfolg im Kampf gegen Terroristen im Nahen Osten bringen, sagte Lawrow im Schwarzmeerkurort Sotschi am Donnerstag.

Nur das syrische Volk könne über das Schicksal Assads entscheiden, meinte er bei einem Treffen mit seinem türkischen Kollegen Feridun Sinirlioglu der Agentur Interfax zufolge. Lawrows Sprecherin Maria Sacharowa sagte in Moskau, Russland unterstütze die syrische Regierung im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat, um "eine totale Katastrophe in der Region" zu verhindern.

Die Regierung in Washington betrachtet das verstärkte militärische Eingreifen Russlands in den Syrien-Konflikt mit großer Sorge. Die USA fliegen mit internationalen Partnern Luftangriffe gegen die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" in Syrien und im Irak. Zugleich drängen sie auf eine Ablösung Assads. (APA, 17.9.2015)

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