Das Schnitzel schlägt wieder zu

17. September 2015, 16:02
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Am Freitag wird Volume 2 der "Schnitzelbeat"-Kompilation im Wiener Rhiz präsentiert

Mit seiner Kompilation Schnitzelbeat hat sich Popkulturforscher Al Bird Sputnik vor zwei Jahren tief in die Anfänge österreichischer Rock-'n'-Roll- und Beatmusik gegraben. Dabei hat er Kostbarkeiten und Skurrilitäten eines revolutionären Musikentwurfs zutage gefördert, der auf die Spießigkeit der österreichischen Gesellschaft der Sechzigerjahre prallte und damit einen besonders eigenwilligen Reiz entfaltet. Der Sound der neuen, großen und wilden Welt mit all den Sehnsüchten nach Sex, Drugs and Rock 'n' Roll kreuzte sich mit biederem Lebensgefühl. Schnitzelbeat Vol. 1 traf den Nerv eines generell ironiebedürftigen Publikums.

Weil die Archive jedoch noch lange nicht komplett durchforstet sind und Al Bird Sputnik als besonders akribischer Musikarchäologe gilt, der dabei auch ein Netzwerk an Zeitzeugen aufbaute, steht nun Schnitzelbeat Vol. 2 kurz vor der Veröffentlichung – und bringt ähnliche Perlen zu Gehör.

Es sei etwa auf Herbert O & Die Beatniks verwiesen, die als Argument für die schnelle Liebe auf die Worte Jesu Christi setzen: "In der Bibel steht geschrieben, du sollst deinen Nächsten lieben", heißt es im Song Es ist schon spät. Aber auch Musik, die den internationalen Vergleich nicht zu scheuen braucht, wie jene von The Slaves, ist auf der Fortsetzung zu hören. Am Freitag wird der Tonträger im Wiener Rhiz im Rahmen des Accordia Schallplattenclubs mit entsprechenden Beschallungsmaßnahmen präsentiert. Yeah! (lux, 17.9.2015)

18. 9., Rhiz, 8., Lerchenfelder Gürtel, Bogen 37, 21.00 Uhr

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