Vier Anklagen in Welser Veruntreuungsaffäre

17. September 2015, 15:34
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Kassierin und drei Vorgesetzte vor Gericht – Rund 400.000 Euro Schaden

Wels – In der Veruntreuungsaffäre rund um eine Welser Freizeiteinrichtung hat die Staatsanwaltschaft nun Anklagen gegen vier Personen erhoben. Neben einer Kassierin müssen sich auch drei Vorgesetzte vor Gericht verantworten, teilte die Staatsanwaltschaft Wels am Donnerstag mit.

Insgesamt geht es um einen Schaden von rund 400.000 Euro. Das entspreche etwa acht Prozent des im Tatzeitraum erwirtschafteten Bruttoumsatzes, so die Anklagebehörde. Der Skandal hatte in der Welser Stadtpolitik für Wirbel gesorgt und dürfte die in gut einer Woche stattfindende Kommunalwahl beeinflussen.

Ein Drittel abgezweigt

Der Frau, die in einer Welser Freizeiteinrichtung arbeitete, wird Veruntreuung vorgeworfen. Sie soll von 2006 bis 2014 rund ein Drittel des von ihr kassierten Eintrittsgelds in die eigene Tasche gesteckt haben. Insgesamt seien dabei knapp 360.000 Euro zusammengekommen. Weitere 50.000 Euro, die ebenfalls fehlen, konnten ihr nicht mit der für eine Anklage nötigen Sicherheit zugeordnet werden.

Die Staatsanwaltschaft wirft der Kassierin Veruntreuung vor. Sie hat aber auch gegen den zuständigen Dienststellenleiter, den Abteilungsleiter und eine weitere mit Kontrollaufgaben befasste Mitarbeiterin Anklage als Beteiligte erhoben. Sie sollen von Malversationen gewusst und Kontrollpflichten bewusst unterlassen haben. Dem Dienststellen- und dem Abteilungsleiter wird ein Schaden von knapp 310.000 Euro zugerechnet, der dritten Mitarbeiterin gut 84.000 Euro.

Der Strafrahmen beträgt für alle Beschuldigten zehn Jahre Haft. Die Anklagen sind allerdings noch nicht rechtskräftig, daher steht auch kein Termin für die Hauptverhandlung fest. (APA, 17.9.2015)

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