Per Rakete zurück zu alten Zukunftsfantasien

18. September 2015, 09:00
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Temporäres Wahrzeichen des siebenköpfigen Architekturkollektivs Orizzontale

Graz – An Raumkapseln erinnerten auch sie: die sechseckigen Baumhäuser, die als Teil einer temporären Künstlerkolonie 2014 auf der Mathildenhöhe in Darmstadt entstanden. Die kompakten Schlafstätten aus recycelten Materialien baute das siebenköpfige Architekturkollektiv Orizzontale aus Rom im Team mit Studenten.

Für den Steirischen Herbst scheint die Gruppe, die sich stark mit urbanen Handlungsräumen und dem allgemeinen Funktionswandel des öffentlichen Raums beschäftigt, diese Formidee ein Stück weiter in Richtung Rakete zu drehen. Aber auch bei diesem temporären Wahrzeichen vor der Dreifaltigkeitskirche bleibt sie dem Prinzip, mit einfachen, recycelten Materialien, die in städtischen Produktionskreisläufen abfallen, zu bauen, treu.

Blendend sahen die Lampenschirme aus transparenten, kugeligen Gefäßen – Plastikbierfässchen – aus, die Orizzontale im Vorjahr für eine Veranstaltungstribüne vor dem von Zaha Hadid entworfenen Museum Maxxi in Rom nutzten. Die 8,5 Meter hohe Front der Holzkonstruktion wurde zur imposanten Lichtfassade. Ein baulicher Eingriff, den die Gruppe "Maschine zum Bewohnen des öffentlichen Raums" nannte. Das Festivalzentrum im Graz-Museum wird jedoch weniger Wohnmaschine als Kommandobrücke und Raumstation – dient doch Orizzontales Inszenierung Spin-Off als verspieltes Sinnbild des Mottos Back to the Future. (kafe, Spezial, 18.9.2015)

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