Reiseportale und Airlines schummeln bei Flugpreisen

17. September 2015, 12:36
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Arbeiterkammer checkte Onlinetickets: Ausgeworfener Flugpreis oft nicht der echte Endpreis

Beim Flugticketpreis wird noch immer getrickst. Das ergab ein Test der Arbeiterkammer nach Online-Probebuchungen auf sieben Reiseportalen und bei drei Airlines. Fazit: Preise sind schwer vergleichbar, der bei der Suche ausgeworfene Preis ist oft nicht der Endpreis, ein Billigflug also nicht immer billig. Kosten für gängige Kreditkarten und immer öfter für Gepäck verteuern Tickets zum Teil massiv.

Ausprobiert

Der AK-Test bei den Online-Buchungsportalen und Airlines zeigte: Nur zwei haben den echten Endpreis angegeben. Versicherungen werden außerdem aggressiv beworben. In der Versicherungscausa läuft aber schon eine Verbandsklage der AK.

Vorweg: Zu den "Guten" zählen für die Arbeiterkammertester AUA (Austrian Airlines) und ihre Mutter Lufthansa. Flyniki/Air Berlin kommen nicht so gut weg.

Der Test betraf eine Online-Flugbuchung für einen günstigen Hin- und Rückflug für zwei Personen Wien-Berlin. Gecheckt wurde bei sieben Reisbuchungsportalen (Edreams, Opodo, Expedia, Ebookers, Fluege.de, Restplatzboerse.at TUI) und bei drei Fluggesellschaften (AUA, Lufthansa, AirBerlin/Flyniki).

Regeln

Die Tester wollten wissen, ob gesetzliche Regeln eingehalten werden. Demnach müssen die Anbieter alle Kosten, die "unvermeidbar und vorhersehbar" sind, sofort in den Endpreis einrechnen, über Zusatzkosten muss informiert werden. Für Zahlungsmittel darf nichts extra verlangt werden. Oft wird aber die Endpreisvorschrift nicht eingehalten. Wer da nicht aufpasst, zahlt drauf.

Sechs Anbieter gaben zwar den Endpreis an, aber nur vier verrechneten keine Kosten für Kreditkartenzahlung. Nur AUA und Lufthansa haben alle Bestimmungen eingehalten, schrieb die AK am Donnerstag. Es entstanden keine Zusatzkosten für Kreditkartenzahlung. Im Endpreis war auch ein aufzugebendes Gepäck enthalten und angegeben.

Auch bei TUI und Restplatzbörse wurde der Endpreis sofort ausgeworfen. Hier gab es auch keine Zusatzkosten für Kreditkartenzahlung. Allerdings fehlte beim Suchergebnis die Info über die Kosten des nicht enthaltenen Gepäcks.

Endpreis

Flyniki/Air Berlin und Ebookers gaben immerhin noch sofort den Endpreis an. Bei beiden wurden bei Kreditkartenzahlung jedoch Zusatzkosten verrechnet. Das ist unzulässig, erinnert die AK. Überdies wurde bei beiden Airlines nicht sofort über die Kosten eines aufzugebenden Gepäcks informiert.

Bei den restlichen vier (fluege.de, Edreams, Expedia, Opodo) wurden Extrakosten bei Zahlung mit einer gängigen Kreditkarte verrechnet, und der angegebene Endpreis war nicht korrekt. Der Preis stimmte nur bei Zahlung mit eher unüblichen Zahlungsmitteln wie Entropay oder VisaElectron. Bei Fluege.de und Edreams fehlten außerdem die Gepäckskosten.

Versicherungszuschläge können Flüge ebenfalls verteuern. Eine unzulässige Voreinstellung der Versicherung wurde im AK-Test zwar bei keinem Anbieter gefunden. Außer Expedia boten alle eine oder mehrere Versicherungen an. Bei Opodo, Fluege.de, Ebookers und Air Berlin musste man die angebotene Versicherung extra ablehnen. Bei Fluege.de etwa gingen für vier Versicherungen sieben Pop-Up-Fenster mit Warnhinweisen auf. Es seien auch drei Jahresverträge mit unzulässigen automatischen Verlängerungsklauseln dabei gewesen, bei denen sich die Jahresprämie im zweiten Jahr eigentlich verdoppelt. Dagegen laufen Klagen. (APA, 17.9.2015)

  • Wer eine Reise tun will, sollte gut bei der Buchung aufpassen.
    foto: carlos barria / reuters

    Wer eine Reise tun will, sollte gut bei der Buchung aufpassen.

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