Abel-Preis und Fields-Medaille fast so wichtig wie der Nobelpreis

17. September 2015, 15:13
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Chinesische Universität verglich Reputationen unterschiedlicher Wissenschafts-Auszeichnung

Wien – Der Nobelpreis gilt als Non-Plus-Ultra der wissenschaftlichen Auszeichnungen – sowohl in der öffentlichen Meinung und Vermarktung als auch in der Wissenschaftsszene selbst. Forscher der Shanghai Jiao Tong University haben nun mittels einer Umfrage unter Forschern die Reputation anderer Auszeichnungen im Vergleich zum Nobelpreis erhoben: Das Ergebnis: Der Abel-Preis und die Fields-Medaille (beide Mathematik) gelten als fast gleich viel "wert".

Ausgangspunkt für die Untersuchung war die Überlegung, dass Wissenschafts-Preise nicht nur mit Prestige verbunden sind, sondern auch eine immer wichtigere Rolle bei der Bewertung der Leistung von Wissenschaftern wie auch Hochschulen oder Forschungseinrichtungen spielen. So kamen die Forscher auf die Idee der Evaluierung der Reputation der einzelnen Auszeichnungen.

Da es keine abschließende und aktuelle Liste aller Wissenschaftspreise gibt, wurde eine Vorauswahl aus insgesamt 207 Auszeichnungen getroffen. Voraussetzung für eine Einbeziehung war, dass die Preise für hochanerkannte wissenschaftliche Forschung, unabhängig von der Nationalität der Nominierten und ohne Unterscheidung nach Geschlecht, Hautfarbe, Religion, Sprache oder politischer Zugehörigkeit sowie von internationalen Organisationen, Regierungen, renommierten Stiftungen, wissenschaftlichen Einrichtungen, Akademien oder Gelehrtengesellschaften vergeben werden.

Fünf Kategorien

Anschließend wurden die Auszeichnungen den vier Feldern "Life Sciences und Medizin", "Naturwissenschaften", "Ingenieurswissenschaften" sowie "Sozial- und Geisteswissenschaften" zugeordnet bzw. ein weiteres Gebiet "Multidisziplinär" (für Preise aus mindestens zwei der vier Felder) gebildet. Danach wurde zum Teil noch in weitere Fachgebiete unterteilt. Anschließend wurden die Preisträger aller vorausgewählten Auszeichnungen seit 1990 um eine Bewertung der Reputation aller Preise in "ihrem" jeweiligen Forschungsfeld gebeten. Als "Benchmark" diente dabei immer der Nobelpreis: Die vorausgewählten Auszeichnungen des jeweiligen Forschungsfelds mussten also relativ zu den Nobelpreisen (Wert: 1) bewertet werden.

Dabei zeigte sich, dass sowohl der Abel-Preis (0,97) als auch die Fields-Medaille (0,95) in der Mathematik fast an die Reputation eines Nobelpreises heranreichen. Auch der (in mehreren Disziplinen vergebene) Wolf-Preis kommt in der Mathematik-Sparte (0,84) auf einen hohen Wert und ist auch in Gebieten wie Physik (0,72) und Chemie (0,74) hoch bewertet, weniger dafür in der Medizin (0,56). Der Turing Award (0,82) ist in der Informatik hoch angesehen, der in der Öffentlichkeit kaum bekannte Crafoord-Prize kommt in den Erdwissenschaften auf 0,85, in der Mathematik auf 0,78 und der Astronomie auf den Wert 0,77. (APA/red, 17.9.2015)

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