IAA 2015: Ohne Netz kein Leiberl

17. September 2015, 12:09
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"Mobilität verbindet" lautet das Motto der IAA, ihres Zeichens bedeutendste Automesse der Welt. Ein Schwerpunkt ist folglich die digitale Revolution, die die Branche voll erfasst hat – mit den Stichwörtern Vernetzung und automatisiertes Fahren.

210 Weltpremieren, 1103 Aussteller aus 39 Ländern, 12.000 erwartete Medienvertreter aus aller Welt, 230.000 m² Ausstellungsfläche. Die Internationale Automobil-Ausstellung in Frankfurt, kurz: IAA, ist eine Messe der Superlative, sie zeigt neben Modellneuheiten und glitzernden Studien, Konzeptfahrzeugen, Showcars die wichtigsten Zukunftstrends der Branche, und ganz nebenbei gilt sie aufgrund der langen Wege als Herbstmarathon für Medienmenschen.

Autonomes Fahren

2025, spätestens 2030 sei es so weit mit dem autonomen Fahren, bei dem das Fahrzeug seine Insassen gegebenenfalls auch ohne menschlichen Lenkeingriff ans Ziel bringt, meinen Experten. Eng verbunden damit ist der Einzug der digitalen Welt (Internet und Smartphones). Und so ist die derzeitige digitale Revolution in der Automobilität, zu der maßgeblich auch die Vernetzung (Konnektivität) zählt, ein Innovationstreiber. Wer da nicht mit dabei ist, ist bald einmal weg vom Fenster.

Wer jedoch nach einem Google-Auto sucht, von dem es hieß, der US-IT-Riese werde damit erstmals auf der IAA auftreten, wird ebenso enttäuscht sein wie am Tesla-Stand: Der Elektro-SUV (Model X) fehlt. Google tat am Rande der Messe sogar kund, man sei kein Automobilhersteller und habe auch nicht vor, einer zu werden.

E-Mobilität

Generell scheint allerdings die Elektromobilität nun tatsächlich voranzukommen dank Steigerung der Leistungsfähigkeit der Batterien, etliche seriennahe Studien (z.B. Audi e-tron quattro) stellen Reichweiten von bis zu 500 km in Aussicht. Das also wäre der nächste Schritt. Der übernächste hieße: runter mit den Preisen. Doch das wird noch dauern. Weshalb als Übergangslösung auch überall die Plug-in-Hybrid-Technologie gesehen wird, auch davon sind etliche Beispiele in Frankfurt präsent.

Generell geht es der Autobranche prächtig, trotz des derzeitigen Einbruchs in China eilt die Branche von einem Absatzrekord zum nächsten, erstmals könnte der Pkw-Absatz heuer die 90-Millionen-Hürde nehmen. 2014 setzten die Hersteller 1,4 Billionen Euro um, angeführt von Deutschland (412.731 Mrd. €), dahinter Japan (412.357), USA (343.940), Korea (103.205), Frankreich (94.662).

Weltpremieren

Auf der Heimmesse legen erwartungsgemäß die Deutschen einen bombastischen Auftritt hin, um ihre Innovations- und Leistungsfähigkeit zu unterstreichen. Aber auch die Koreaner und einzelner Japaner (Toyota) und Franzosen (Renault) können sich sehen lassen – gemessen an Weltpremieren wichtiger Serienautos.

Der SUV/Crossover-Boom führt wieder die Neuheitenstatistik an, die wichtigsten Neuzugänge heißen Kia Sportage, VW Tiguan, Ford Edge, Lexus RX, Jaguar F-Pace und Bentley Bentayga, als Exote zu nennen: Borgward BX7. Sodann tut sich einiges bei den Kompakten (Suzuki Baleno, Mini Clubman, Opel Astra, Renault Mégane, Infiniti Q30) und in der Mittelklasse (Audi A4, Alfa Giulia, Kia Optima, Renault Talisman). Und damit auch vermögende Menschen feuchte Augen kriegen, wären neben Bentleys obigem Luxus-SUV noch zu nennen: Porsche 911 Carrera, Ferrari 488 Spider, BMW 7er, Mercedes S Cabriolet und Rolls-Royce Dawn. (Andreas Stockinger, 17.09.2015)

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IAA

  • 1103 Aussteller kommen zur IAA nach Frankfurt – zum Heimspiel der deutschen Automobilbauer.
    foto: andreas stockinger

    1103 Aussteller kommen zur IAA nach Frankfurt – zum Heimspiel der deutschen Automobilbauer.

  • Vernetzung und autonomes Fahren sind zwei der wichtigen Schlagworte der IAA.
    foto: apa

    Vernetzung und autonomes Fahren sind zwei der wichtigen Schlagworte der IAA.

  • Ford bringt mit dem Edge einen weiteren SUV, über dem Kuga.
    foto: andreas stockinger

    Ford bringt mit dem Edge einen weiteren SUV, über dem Kuga.

  • BMW zeigt den neuen 7er.
    foto: reuters

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  • Ferrari verzichtet noch auf SUVs und uns stattdessen mit dem 488 Spider an die frische Luft.
    foto: ap

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