Nur noch fünf von den USA ausgebildete Anti-IS-Kämpfer aktiv

17. September 2015, 12:06
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Nach nur fünf Monaten steht die Strategie, Rebellen gegen die Terrormiliz auszubilden, vor Ende

Die Strategie der US-Regierung, syrische Rebellen auszubilden und gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in den Kampf zu schicken, erweist sich immer deutlicher als gescheitert. Wie General Lloyd Austin am Mittwoch berichtete, befinden sich fünf Monate nach Beginn des Programms nur mehr vier oder fünf dieser Rebellen im Kampf.

Eigentlich wollte die US-Armee bis zu 5.400 Rebellen pro Jahr kampfbereit machen, um eigene Truppenentsendungen auf syrisches Territorium zu vermeiden. Aktuell sollen 100 bis 120 Mann unter Aufsicht der US-Armee trainieren.

Rückschläge gleich zu Beginn

Schon zu Beginn der Ausbildungsmission erlitten die US-trainierten Kämpfer herbe Rückschläge. Al-Nusra, die syrische Filiale der Terrororganisation Al-Kaida, hatte die aus 60 Mann der ersten Ausbildungsphase bestehende "Division 30" angegriffen, viele kamen dabei ums Leben, wurden gefangen genommen oder ergriffen die Flucht. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters hieß es, die Regierung arbeite derzeit an einer Evaluierung des Ausbildungsprogramms.

Eine mögliche Konsequenz sei dessen Einstellung. Eine andere, vom Pentagon erwogene Option sei es, entgegen der ursprünglichen Strategie auf die Aufstellung eigener Einheiten zu verzichten und verbündete Rebellengruppen mit ausgebildeten Kämpfern zu verstärken. Diese könnten etwa Luftschläge der US-geführten Koalition dirigieren.

Weißes Haus enttäuscht

Das Weiße Haus zeigt sich ob des Scheiterns der Ausbildungsmission enttäuscht. Dass so wenige Kämpfer tatsächlich gegen den IS-Terror zu Felde ziehen, "wirft die Frage auf, welche Dinge wir an diesem Programm ändern müssen", formuliert es Präsidentensprecher Josh Earnest. Bisher hatte das Pentagon sein Programm stets verteidigt. (red, 17.9.2015)

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