Neuer Nintendo-Chef hatte Scheitern der Wii U vorausgesagt

17. September 2015, 11:42
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Große Herausforderung werde nun sein, die Mobile-Strategie erfolgreich umzusetzen

Wäre es nach den Vorstellungen des neuen Nintendo-Präsident Tatsumi Kimishima gegangen, wäre die Spielkonsole Wii U vielleicht nie auf den Markt gekommen. Zumindest nicht in dieser Form. Wie die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei basierend auf Informationen seitens Konzernmitarbeitern berichtet, hatte der damalige Personalchef Kimishima bereits vor dem Marktstart das Scheitern der Konsole korrekt vorausgesagt. Die Nachfolgerin der populären Wii konnte in den drei Jahren seit dem Marktstart 2012 bislang nur eine relativ kleine Zielgruppe erreichen und war einer der vorrangigen Gründe dafür, dass Nintendo mehrere Quartale in Folge in die roten Zahlen rutschte.

Zu ähnlich

Kimishima warnte davor, dass die Wii U der Wii zu ähnlich sei, um sich am Markt behaupten zu können. Tatsächlich hatte Nintendo in der Anfangszeit Schwierigkeiten damit, das vorrangige Unterscheidungsmerkmal, den Tablet-Controller zu erfolgreich zu bewerben.

Nintendos neuer Präsident ist im Gegensatz zu seinem an Krebs verstorbenen Vorgänger Satoru Iwata kein Entwickler, sondern ein Managementexperte. Mit 65 Jahren war er laut dem Bericht auch aufgrund seines Alters nicht die erste Wahl für die Nachfolge. Ursprünglich habe der Vorstand nach einem jüngeren Kandidaten Ausschau gehalten, allerdings unter dem Druck des bevorstehenden wichtigen Weihnachtsgeschäfts so schnell keinen qualifizierten Kandidaten finden können.

Nicht Zahlen allein

Auf Kimishimas Schultern lastet nun die Erwartung, Nintendo wieder auf die Erfolgsspur zu holen und Iwatas lange geplante Mobile-Strategie sowie die Einführung der nächsten Spielkonsole "NX" erfolgreich umzusetzen. Nikkei zufolge sei der Wirtschaftsfachmann der Überzeugung, dass Unternehmen nicht alleine nach Zahlen geführt werden sollte. "Wir spornen uns selbst immer an, aufregende Produkte zu kreieren – das ist Nintendos DNS", sagte Kimishima vergangenen Montag im Zuge einer Pressekonferenz zu seinem Amtsantritt. (zw, 17.9.2015)

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    foto: epa/robin van lonkhuisen
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