Google Now on Tap: Frühstart für Android-6.0-Killerfeature

17. September 2015, 11:19
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Zeigt kontextrelevante Informationen in beliebigen Apps an – Google deaktiviert nach Leak Server-Unterstützung

Es war eines der Highlights der Android M-Präsentation im Rahmen der Google I/O: Mit Google Now on Tap will der Android-Hersteller seinen Wissenspool auf das gesamte Betriebssystem ausdehnen. Eigentlich sollte das Ganze erst parallel zum offiziellen Launch von Android 6.0 freigegeben werden, nun ist Google Now on Tap aber vorab durchgesickert – und der STANDARD hat dieses natürlich gleich einmal ausprobiert.

Ablauf

Im Kern funktioniert Google Now on Tap folgendermaßen: Durch einen Langdruck auf den Home-Button (bei Software-Buttons der mittlere Knopf) wird der jeweils gerade im Vordergrund befindliche Bildschirm analysiert. Zu den zentralen aufgespürten Informationen liefert Now on Tap dann weiterführende Karten. Im Test zu einem Artikel über Burkina Faso wurden dann etwa zahlreiche Info-Links zum Land selbst aber auch zu zentralen handelnden Personen angeboten – etwa deren Twitter oder Youtube-Accounts.

Doch das Ganze funktioniert eben nicht nur im Browser. Durch Now On Tap lassen sich also auch flott Details zum Interpreten eines gerade abgespielten Lieds aufrufen, oder weiterführende Infos zu einem gerade laufenden Youtube-Video beziehen. Im Test funktioniert dies ziemlich zuverlässig, auch Adressen und Telefonnummern wurden dabei umgehend zum Schnellzugriff dargeboten.

Abgedreht

Leider scheint Google von dem Leak nicht ganz so begeistert zu sein: Mittlerweile funktioniert das Feature nicht mehr, statt kontextrelevanter Informationen werden nun nur noch Fehlermeldungen geliefert. Es ist also davon auszugehen, dass Google den Zugriff serverseitig deaktiviert hat.

Android 6.0

Die Voraussetzungen haben das Ganze aber ohnehin derzeit zu einer recht exklusiven Sache gemacht. Benötigte es doch nicht nur die manuelle Installation einer neuen Version der Google App sondern vor allem auch den Developer Preview 3 von Android 6.0.

Gute Gründe für Beschränkung

Dass "Marshmallow" Voraussetzung ist, hat durchaus gute Gründe: Erst dieses bietet das neue "Assist API", das "Now on Tap" nutzt, um die Inhalte am Bildschirm zu analysieren. Durch die Schaffung einer eigenen Programmierschnittstelle will man Privacy- und Sicherheitsbedenken ausräumen. Immerhin wird nur dadurch sichergestellt, dass der Bildschirm erst beim Aufruf des entsprechenden Knopfs analysiert wird. Zudem können Apps, die besonderen Wert auf die Privatsphäre legen – etwa verschlüsselte Messenger – das Feature gezielt deaktivieren. Ähnliche Lösungen für ältere Android-Versionen – wie etwa jene von Microsoft vor kurzem vorgestellte – haben hingegen de fakto uneingeschränkten Zugriff auf das gesamte Geschehen. Umgekehrt kann das Assist API natürlich künftig auch von anderen Herstellern für eigene Konkurrenzlösungen zu Google Now on Tap genutzt werden. (Andreas Proschofsky, 17.9.2015)

  • Google Now on Tap mit einem Artikel auf derStandard.at
    screenshot: andreas proschofsky / standard

    Google Now on Tap mit einem Artikel auf derStandard.at

  • Das Ganze funktioniert in jeder beliebigen App – so diese es nicht aktiv untersagt.
    screenshot: andreas proschofsky

    Das Ganze funktioniert in jeder beliebigen App – so diese es nicht aktiv untersagt.

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