Kulterer – das kann sonst keiner

16. September 2015, 17:36
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Früherer Kika-Leiner-Chef Koch kassierte bei Hypo und ließ sich vom Exchef beraten

Wien – Auch wenn Herbert Koch schon 2004 als Chef des Hypo-Aufsichtsrats ausgeschieden war, konnte er am Mittwoch Erhellendes zu späteren Phasen der heutigen Kreditmülldeponie beitragen. Denn der frühere Generaldirektor und Eigentümer von Kika-Leiner machte nicht nur großteils bekannte Geschäfte mit der Hypo Alpe Adria, sondern auch mit deren Exchef Wolfgang Kulterer.

Zahlreiche im Untersuchungsausschuss vorgelegte Honorarabrechnungen lassen darauf schließen, dass Kulterer hunderttausende Euro vom Möbelhaus erhielt. Das bestritt Koch gar nicht und nannte als Beispiel für Kulterers Dienste die Beratung beim Verkauf der Gruppe an den südafrikanischen Steinhoff-Konzern. Vehement stellte er hingegen in Abrede, dass Kulterer seine privaten Hypo-Engagements vermittelte. Koch, seine Frau und sein Unternehmen zeichneten Vorzugsaktien mit Rückgabegarantie und waren überdies bei Co-Investoren beim lukrativen Einstieg von Tilo Berlin Anfang 2007 mit von der Partie. In Summe steckten die Kochs einen zweistelligen Millionenbetrag in die alles andere als solide Hypo und verdienten "ordentlich", wie der Zeuge sagte.

Stronach-Abgeordneter Robert Lugar stellte in den Raum, dass die hohen Beratungshonorare als Entlohnung für Gefälligkeiten aus früheren Zeiten gesehen werden könnten – und musste sich dafür den Vorwurf der Unterstellung gefallen lassen. Doch auch Jan Krainer von der SPÖ legte nach und dokumentierte, dass Kulterers Dienste noch zu Zeiten in Anspruch genommen worden sind, als dieser noch Hypo-Chef war. Zudem verstrickte sich Koch in Widersprüche, u. a. mit der Aussage, Kulterer habe ihn auf die Möglichkeit gebracht, mit und bei Berlin zu investieren. (as, 17.9.2015)

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