Radio statt TV: Berlusconis Mediaset ändert die Strategie

16. September 2015, 17:09
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Das Interesse von Mediaset für den lange vernachlässigten Radiosektor wird damit begründet, dass derzeit die Werbeeinnahmen im Radiobereich mit 7,5 Prozent im ersten Halbjahr 2015 und 16,5 Prozent im Juni wesentlich dynamischer zulegen als im stagnierenden bzw. rückläufigen TV-Sektor

Mailand – Italiens börsennotierter Medienkonzern Mediaset ändert seine Strategie. Nicht mehr Fernsehen, sondern Radio steht neuerdings im Mittelpunkt der von Silvio Berlusconis Familienholding Fininvest kontrollierten Mediengesellschaft. Zu Wochenmitte hat sich Mediaset mit den Brüdern Hazan zusammengeschlossen, um sich an Italiens größter Radiogruppe Finelco (Radio Mon tecarlo, Radio 105 und Virgin) mit insgesamt acht Millionen Zuhörern zu beteiligen.

Mediaset hat 44,45 Prozent Beteiligung an der hochverschuldeten Finelco erworben und dafür vorerst 21 Millionen Euro bezahlt. Eine weitere Million soll bis Jahresende überwiesen werden. Die Akquisition erfolgte, kurz nachdem sich Mediaset bei der neu gegründeten Radiogesellschaft Rb1 engagiert hatte. Der Berlusconi-Gesellschaft wurde die Option eingeräumt, die Beteiligung aufzustocken.

Größte Verlagsgruppe Mondadori

Zu Rb1 zählen sämtliche Radio-Aktivitäten der Verlagsgruppe Rizzoli Corriere della Sera. Last, but not least hat Mediaset auch die Mehrheitsbeteiligung (80 Prozent) an dem Radiosender R101 von Mondadori übernommen. Mondadori ist Italiens größter Verlag und wird von Berlusconis Fininvest Gruppe kontrolliert.

Werbeeinahmen im Radiobereich

Das Interesse von Mediaset für den lange vernachlässigten Radiosektor wird damit begründet, dass derzeit die Werbeeinahmen im Radiobereich mit 7,5 Prozent im ersten Halbjahr 2015 und 16,5 Prozent im Juni wesentlich dynamischer zulegen als im stagnierenden bzw. rückläufigen TV-Sektor.

Kursgewinne für Mediaset

Erwartet werden Synergien von TV- und Radiotätigkeiten in Produktion und Distribution. Die Mediaset-Kurse profitierten von der neuen Strategie und zählten am Mittwoch zu den Börsengewinnern des Tages. Innerhalb eines Jahres legten die Kurse um 35 Prozent auf 4,46 Euro zu. (Thesy Kness-Bastaroli aus Mailand, 17.9.2015)

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