Agence France-Presse klagt Mitgründer von Reporter ohne Grenzen

16. September 2015, 16:24
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Robert Ménard, jetzt Bürgermeister von Béziers, soll ein AFP-Foto manipuliert haben

Paris – Wegen eines in ihren Augen manipulierten Flüchtlingsfotos hat die Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP) einen Bürgermeister in Südfrankreich geklagt. Die AFP und einer ihrer Fotografen verlangen jeweils 30.000 Euro von der Stadt Béziers und Bürgermeister Robert Ménard, teilte die AFP am Mittwoch mit. Der Vorwurf lautet auf Fälschung.

Flüchtlingsbild aus Mazedonien im Gemeindeblatt

Im Gemeindeblatt von Béziers war ein AFP-Foto abgedruckt worden, das Flüchtlinge in Mazedonien vor einem Zug zeigt. Die hinzugefügte Überschrift lautet: "Sie kommen! Das Thema der Asylwerber in Béziers". Das Foto wurde laut AFP dahingehend verfälscht, dass Worte mit Bezug zu Béziers eingefügt wurden. Auf einem Zugfenster stand "Béziers 3.865 Kilometer", auf einem zweiten "Kostenlose Schulen, Unterkünfte und Geldleistungen für alle!".

Ménard: Üblich, Bilder zu bearbeiten

Die AFP hatte bereits vergangene Woche einen Missbrauch und eine Verfälschung des Fotos aus Mazedonien kritisiert und rechtliche Schritte angekündigt.

Das Pikante daran: Ménard war selbst 1985 Mitgründer und jahrelang Generalsekretär der Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen, die er 2008 verließ. Er argumentiert, dass es üblich sei, Fotos zu bearbeiten. Ménard wurde im vergangenen Jahr mit Unterstützung des rechtsextremen Front National zum Bürgermeister der zwischen Montpellier und Narbonne gelegenen Stadt gewählt. (APA, AFP, 16.9.2015)

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