Österreich erhöht Beteiligung am Bau der Ariane-6-Rakete

16. September 2015, 15:30
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Heimische Mitfinanzierung von bisher einer auf 26 Millionen Euro aufgestockt

Wien – Österreich beteiligt sich am Bau der neuen europäischen Ariane-6-Rakete, die ab 2020 zum Einsatz kommen soll. Dazu wurde die österreichische Beteiligung von bisher rund einer auf 26,2 Mio. Euro erhöht, gab Infrastrukturminister Alois Stöger (SPÖ) am Mittwoch bei einer Pressekonferenz mit dem neuen Direktor der Europäischen Weltraumorganisation Esa, Johann-Dietrich Wörner, in Wien bekannt.

Die Ariane-6-Rakete soll in den nächsten fünf Jahren entwickelt werden und ab 2020 zum Einsatz kommen. Nach der Ariane 5, die in den vergangenen zwölf Jahren 80-mal in den Weltraum gestartet ist, soll sie das zentrale Trägersystem für die europäische Raumfahrt bis 2050 sein. Airbus Defence & Space gab im August die Unterzeichnung eines Vertrags zwischen Esa und Airbus Safran Launchers mit einem Volumen von 2,4 Mrd. Euro über die Entwicklung von zwei Versionen der neuen Trägerrakete bekannt.

Nach Angaben Stögers zeigen Berechnungen, dass die österreichischen Investitionen "während der gesamten Einsatzdauer der Ariane 6 bis zu einer halben Milliarde Euro an nachfolgenden Produktionsumsätzen für die heimische Wirtschaft generieren".

Linz möglicher Esero-Standort

Der seit 1. Juli amtierende neue Esa-Chef Wörner betonte die gute Zusammenarbeit mit Österreich, das "eine tragende Rolle unter anderem durch herausragende Expertise in den Weltraumwissenschaften, den Satellitenanwendungen sowie als Entwickler von kritischen Technologien spielt". Stöger verwies auf die über 100 im Weltraumbereich aktiven Firmen und Organisationen in Österreich, die mit etwa 1.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 140 Mio. Euro erwirtschaften.

Um die Zahl der Unternehmen in diesem Bereich zu erhöhen, präsentierte Stöger ein neues Gründerzentrum für Weltraumtechnologien. Für das "ESA Business Incubation Centre Austria" stellt die Esa über den österreichischen Beitrag 1,2 Mio. Euro zur Verfügung. Ziel sei es, in den nächsten fünf Jahren bis zu 30 Unternehmensgründungen zu unterstützen.

Erfolgreich waren auch die Bemühungen, in Österreich ein "European Space Education Research Office" (Esero) anzusiedeln. Diese bisher in zwölf Esa-Mitgliedsländern etablierten Einrichtungen sollen dazu beitragen, junge Menschen für Naturwissenschaft und Technik zu begeistern. Stöger sieht sehr gute Chancen, dass das Ars Electronica Center in Linz ein Standort des Esero wird. (APA, 16.9.2015)

  • Ariane 6, das künftige Trägersystem der europäischen Raumfahrt.
    foto: esa–d. ducros

    Ariane 6, das künftige Trägersystem der europäischen Raumfahrt.

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