Erste Erfolge gegen Ausrottung der letzten Donaustöre

17. September 2015, 08:56
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Die Fische gibt es seit 200 Millionen Jahren, aber der Handel mit illegalem Kaviar blüht

Der illegale Artenhandel bedroht nicht nur Tiger in Asien und Elefanten in Afrika: Jahrzehntelange Überfischung und Kilopreise bis zu 6000 Euro für Kaviar haben die Störe der Donau – mitten in Europa – an den Rand des Aussterbens gebracht. Doch das Schicksal der 200 Millionen Jahre alten Art ist noch nicht besiegelt. Kleine Störbestände haben in einem 860 Kilometer langen Donauabschnitt in Rumänien und Bulgarien überlebt und sind derzeit durch ein Fangverbot geschützt.

Dennoch werden Donaustöre weiter gewildert. Auch in Österreich taucht nach wie vor illegaler Kaviar auf. Der WWF verfolgt bei der Rettung der Störe im ersten EU-LIFE-Informationsprojekt Österreichs eine Doppelstrategie: Einerseits müssen Fischer dabei unterstützt werden, ihren Lebensunterhalt aus nachhaltigen und legalen Quellen zu decken. Andererseits müssen die Wilderei und der Handel mit illegalen Störprodukten selbst sowie der – oft unwissentlich erfolgende – Verkauf nicht oder falsch gekennzeichneten Kaviars in der EU abgestellt werden. "Der zentrale Schlüssel zum Schutz der Störe ist Information und Aufklärung der Fischer und Behörden in den Herkunftsländern", sagt WWF-Projektleiterin Jutta Jahrl.

Ausweitung der Schutzgebiete

Die Artenschutzexpertin zieht eine Bilanz des nun auslaufenden Dreijahresprojekts: "Wir haben praktisch bei null angefangen, denn die illegale Störfischerei war ein Tabuthema." Im Laufe der Jahre sei es gelungen, unter den Fischern Verständnis für Schutzmaßnahmen zu schaffen. Zudem wurde den Behörden das nötige Wissen für eine bessere Kontrolle von Wilderei und illegalem Handel vermittelt. Für die kommenden Jahre will der WWF zwei weitere Gebiete für die Donaustöre in Serbien und in der Ukraine ausbauen und fördern.

Zwar stellen die zerstörten Wanderrouten und die Verschmutzung der Gewässer eine Bedrohung dar, der Hauptgrund für die abnehmende Zahl von Störarten ist jedoch die stetig gestiegene Nachfrage nach Kaviar. Beluga, Ossietra, Sevruga und andere Arten von Kaviar gehören zu den teuersten Produkten aus der Natur. 2011 wurde Kaviar im Wert von 28 Millionen Euro in die EU importiert. Die große Nachfrage hat dazu geführt, dass der illegale Handel gestiegen ist.

Wiederholte Beschlagnahmungen der wertvollen Fischeier zeigen, dass der Schwarzmarkt blüht. So wurden etwa im Mai 2014 in Rumänien 80 Kilogramm illegaler Kaviar und vier Tonnen Störfleisch sichergestellt. "Diese Zahlen zeigen, dass Fangverbote allein nicht genügen, solange die Menschen in den Fischerdörfern oft bitterarm sind und zu wenige Alternativen zur Wilderei haben", sagt Jahrl. Es gehe daher nicht darum, die Fischer aus armen Regionen an den Pranger zu stellen.

Für österreichische Konsumenten ist es wichtig, nur Kaviar mit CITES-Etikett zu erwerben oder in Lokalen danach zu fragen. (july, 17.9.2015)

  • In den kommenden Jahren sollen die Schutzgebiete für Störe auf die Ukraine und Serbien ausgeweitet werden. Auch Wiederansiedelungsprojekte laufen in ganz Europa.
    foto: apa/dpa/schulze

    In den kommenden Jahren sollen die Schutzgebiete für Störe auf die Ukraine und Serbien ausgeweitet werden. Auch Wiederansiedelungsprojekte laufen in ganz Europa.

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