SteadXP: Gadget soll Videos nachträglich stabilisieren

17. September 2015, 09:25
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Kompatibel mit vielen Kameras – Sensoren erstellen Bewegungsprofile für automatische Bearbeitung

Was Amateurvideos von Profi-Aufnahmen gerne unterscheidet, ist die ruhige Bildführung. Während teures Profi-Equipment über optische und mechanische Stabilisationsmechanismen verfügt, nimmt man nach einer Fahrradfahrt mit einer leistbaren Actioncam jede Unebenheit in der späteren Aufnahme wahr. Ein elektronischer Helfer namens SteadXP verspricht nun Linderung.

Bewegungsprofil für Autokorrektur

Bei der Erfindung des gleichnamigen Startups handelt es sich um eine kleine Platine, die in ein Kunststoffgehäuse eingefasst ist. Sie verfügt über mehrere Beschleunigungssensoren und Gyroskope. Es soll sich auf nahezu jeder Kamera befestigen lassen – von kleinen GoPros bis hin zu digitalen Spiegelreflex-Geräten – und während der Aufnahme alle Bewegungen und Erschütterungen erfassen.

Mit dem so angelegten und auf einer microSD-Karte gespeicherten Profil wird schließlich die dazugehörige Software gefüttert. Sie kann anhand der Daten schließlich die geschossenen Aufnahmen automatisch bearbeiten und Verwackelungen entfernen sowie unruhige Panoramaschwenks stabilisieren. Selbst Verzerrungen des Bildes bei schnellen Bewegungen sollen korrigierbar sein. Mit gezoomtem Material kann das Programm allerdings nicht umgehen.

steadxp

Vielversprechende Demonstrationen

Das Ergebnis der auf diesem Wege erzielten Stabilisierung soll laut den Herstellern qualitativ annähernd das Niveau von teuren Hardware-Lösungen erreichen. Bei verschiedenen Videovergleichen zwischen originalem Filmmaterial und der SteadXP-Nachbearbeitung, wird ein durchaus beeindruckender Stabilisierungseffekt demonstriert. Klar ist allerdings, dass diese Lösung – wie auch andere Software-basierte Varianten – den sichtbaren Bereich des Videos verkleinert.

Es bleibt aber fraglich, wie handlich sich so ein System in der Praxis erweist, zumal Aufnahmestart und Bewegungsprofil aufeinander abgestimmt werden müssen, um gute Resultate zu erbringen. In Zukunft soll es auch möglich sein, die Videostabilisierung auch von einer App für Android und iOS vornehmen zu lassen. Sehr hoch auflösende Aufnahmen, etwa 4K, werden aber auch dann noch über einen normalen PC bearbeitet werden müssen.

steadxp

Gelungenes Crowdfunding

Finanziert wird die Produktion von SteadXP teilweise über Kickstarter, wo man bereits nach einer Woche das Finanzierungsziel von 150.000 Euro um mehr als 120.000 Euro übertreffen konnte. Interessenten können sich ein Gerät ab 170 Euro sichern. Das Modell SteadXP+ für Kameras abseits der Gopro-Reihe gibt es aktuell ab 230 Euro. Es setzt einen Stereo-Mikrofon-Eingang, einen Videoausgang (AV oder HDMI) sowie eine Befestigungsmöglichkeit für einen externen Blitz voraus.

Im Moment bereiten die Entwickler den finalen Prototypen vor, ehe die Massenproduktion im Januar langsam anlaufen soll. Der Lieferstart ist aktuell für kommenden März vorgesehen. Die Finanzierungskampagne läuft noch bis zum zehnten Oktober. (gpi, 17.09.2015)

  • Die von SteadXP erstellten Bewegungsprofile sollen professionelle Videostabilisierung im Nachhinein erlauben.
    foto: steadxp

    Die von SteadXP erstellten Bewegungsprofile sollen professionelle Videostabilisierung im Nachhinein erlauben.

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