"Erfundener Blödsinn": Kritiker und Entwickler verreißen "GTA"-Dokufilm

16. September 2015, 12:39
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Hersteller und Medien gehen mit BBC-Produktion hart ins Gericht

Das Dokudrama "The Gamechangers" der BBC über die Entstehung der größten britischen Videospielproduktion "Grand Theft Auto" mit Daniel Radcliffe in der Hauptrolle schlägt nach der Erstausstrahlung am vergangenen Dienstag hohe Wellen – allerdings nicht im positiven Sinne.

Zum einen zog der Sender damit die Ungunst des Herstellers und einiger an der Entwicklung der Serie beteiligter Programmierer und Designer auf sich und zum anderen kommt die Verfilmung auch bei den Kritikern der Fachpresse alles andere als gut weg.

"erfundener Blödsinn"

"War Basil Brush beschäftigt? Was genau soll dieser willkürliche, erfundene Blödsinn sein?", schreibt Hersteller Rockstar Games via Twitter an die BBC gerichtet. Daraufhin melden sich auch andere, teils ehemalige Mitbegründer von Rockstar und "GTA" zu Wort. Der schottische Entwickler Brian Baglow moniert, dass kein Wort darüber verloren wird, dass hinter der Großproduktion ein ganzes Team von kreativen Köpfen steht. Anstelle dessen werde laut "GTA"- und "Lemmings"-Designer Mike Dailly ein Bild gezeichnet, wonach die mittlerweile von hunderten Angestellten getragene Serie praktisch einem Mann allein zu verdanken sei – Sam Houser, einer der beiden Brüder, die Rockstar mitbegründet haben.

Steve Hammond, einer der ehemaligen Autoren des Spiels erinnert weiters daran, dass die Darstellung der Entwickler im Film als durchgestylte hippe Typen nichts mit der Realität zu tun habe. "Jeder trug damals seine eigenen Klamotten, keine gebrandete Markenware."

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"Merkwürdig und bedeutungslos"

Nicht weniger hart geht die britische Videospielseite Eurogamer mit der Verfilmung ins Gericht. Anstelle einen Einblick in die Entstehung dieser Kultserie zu geben, hätten sich die Autoren ein Drama zusammengesponnen, das mit der Realität nur wenig zu tun habe. Dass die Wurzeln des Unternehmens zum Studio DMA Design zurückreichen werde genauso wenig erwähnt, wie dass es vor dem ersten dreidimensional umgesetzten "GTA 3" bereits einige Teile der Serie in 2D gab.

"Merkwürdig und bedeutungslos ist allgemein eine ziemlich gute Beschreibung für 'The Gamechangers'", schreibt Eurogamer. "Es hat nichts Interessantes über die Schöpfung von 'GTA' zu sagen, bietet keinen Einblick in die Leute, die es kreiert haben und kämpft sich mit mit der Tiefgründigkeit eines halbherzig zusammengeschusterten Wikipedia-Artikels durch die kulturellen Konflikte, die das Spiel provoziert hat. Ich schätze, der Grund, weshalb Rockstar nichts damit zu tun haben wollte, hat weniger mit einem rechtlichen Hintergrund zu tun, als damit, wie dumm und schwach die ganze Sache ist." (zw, 16.9.2015)

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    bild: "the gamechangers"
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  • Ein Bild von Autor Steve Hammond erinnert daran, wie es 1996 bei Rockstar wirklich ausgesehen hat.
    foto: hammond/twitter

    Ein Bild von Autor Steve Hammond erinnert daran, wie es 1996 bei Rockstar wirklich ausgesehen hat.

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