Nachhaltige Entwicklungsziele: Übervoller Wunschzettel

Kommentar15. September 2015, 17:29
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Ob das neue Programm greift, wird davon abhängen, wie die Umsetzung der vielen Ziele überprüft werden kann

Die nachhaltigen Entwicklungsziele der Uno sind ambitioniert und umfassend. Innerhalb von nur 15 Jahren soll Armut reduziert, genug für die Umwelt getan und die Welt insgesamt gerechter werden. 169 Teilziele in 17 Bereichen wurden festgeschrieben.

Nun soll der Katalog Ende September auf einem Gipfel in New York von den Staats- und Regierungschefs medienwirksam verabschiedet werden. Das Bahnbrechende im Vergleich zum Vorgängerprogramm, den Millenniumszielen: Die aktuellen Pläne sollen auch für die Industriestaaten gelten, nicht nur für Entwicklungsländer. Es wird also in Zukunft nicht mehr reichen, auf die Entwicklungsprojekte im Ausland zu verweisen. Jeder Staat sollte auch im Inland den Maßstab der nachhaltigen Entwicklungsziele anlegen – etwa wenn es um Chancengleichheit in der Bildung, Senkung des Armutsrisikos oder Klimaschutz geht.

Das ist ein vielgepriesener Paradigmenwechsel, der gleichzeitig eine Schwachstelle ist. Denn zur Entwicklungspolitik kann in Zukunft fast alles gerechnet werden, was sozial- oder umweltpolitische Züge trägt. Mit seinen 169 Teilbereichen verkommt der Katalog so zu einem übervollen und lediglich frommen Wunschzettel ohne Schwerpunktsetzung. Ob das neue – freiwillige – Programm greift, wird nun, neben der Finanzierung, auch davon abhängen, ob es gelingt, sich auf einen Mechanismus zu einigen, wie die Umsetzung der vielen Ziele überprüft werden kann. (Manuela Honsig-Erlenburg, 15.9.2015)

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