Wissenschaft warnt vor Gefahren aus angeblichem "Nazi-Zug"

15. September 2015, 15:51
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Ob es den Zug in Niederschlesien tatsächlich gibt, ist noch nicht bewiesen – Falls aber doch, so könnte er chemische Kampfstoffe geladen haben

Warschau/Berlin – Ein polnischer Wissenschafter hat vor Gefahren gewarnt, die von einem angeblich in Niederschlesien von den Nazis am Ende des Zweiten Weltkriegs vergrabenen Zug ausgehen könnten. Nach Ansicht von Stanislaw Popiel von der Militärtechnischen Akademie in Warschau könnte der Zug chemische Kampfstoffe geladen haben. "Diese Möglichkeit lässt sich nicht ausschließen", sagte er am Dienstag der Onlineausgabe der Zeitung "Gazeta Wroclawska".

Nazi-Deutschland habe über eine "weit entwickelte Chemieindustrie, gute Chemiker und ein fortgeschrittenes Chemiewaffen-Programm" verfügt, sagte Popiel. Vor etwaigen Ausgrabungsarbeiten müsse daher ein Evakuierungsplan für die nähere und weitere Umgebung ausgearbeitet werden, forderte der Experte.

Keine Belege für angeblichen Nazi-Zug

Historikern zufolge hatte eine IG-Farben-Tochter in Dyhernfurth, dem heute polnischen Brzeg Dolny, tatsächlich den hochgiftigen Nervenkampfstoff Tabun hergestellt. Von dort bis in die Region um Walbrzych, wo ein Deutscher und ein Pole den Nazi-Zug gefunden haben wollen, sind es nur knapp 60 Kilometer. Konkrete Beweise für den geheimnisumwitterten Zug-Fund liegen indes bisher nicht vor. (APA, 15.9.2015)

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