Flüchtlinge werden stichprobenartig auf Tuberkulose getestet

15. September 2015, 15:49
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Weist ein Flüchtling verdächtige Symptome auf, wird er "einer gezielten Diagnostik zugeführt" und ein Lungenröntgen gemacht

Wien – Das Gesundheitsministerium hat derzeit keine Hinweise auf Tuberkulose-Infektionen unter den ankommenden Flüchtlingen in Nickelsdorf, führt aber seit Montag entsprechende – stichprobenartige – Kontrollen durch. Dies sagte Pamela Rendi-Wagner, Leiterin der Sektion Öffentliche Gesundheit, am Dienstag. Konkret werden in Verdachtsfällen Lungenröntgen erstellt.

"Das haben wir seit gestern hochgefahren", so Rendi-Wagner, in Zusammenarbeit mit der burgenländischen Landessanitätsbehörde und dem Roten Kreuz. Letzteres nimmt in Nickelsdorf die medizinische Erstversorgung wahr. Weist ein Flüchtling Symptome wie Lungengeräusche, auffälliger Husten, Fieber und geschwächten Allgemeinzustand auf, wird er "einer gezielten Diagnostik zugeführt" und in ein Krankenhaus zum Röntgen gebracht.

Generell gebe es für die Einsatzkräfte in der derzeitigen Situation eine äußerst geringe Ansteckungsgefahr, versichert man im Gesundheitsministerium. Gemäß internationalen Richtlinien ist eine solche dann gegeben, wenn man sich über acht Stunden in einem geschlossenen Raum mit einem Kranken, der an offener TB leidet, aufhält.

Hygienemaßnahmen in Nickelsdorf "signifikant" erhöht

Neben allgemeiner Schwäche, Dehydrierung und Unterzuckerung hat es das medizinische Personal bei der Erstversorgung vor allem mit Verletzungen der Extremitäten zu tun, berichtete Rendi-Wagner weiter. Im Vordergrund stehen Fußverletzungen nicht zuletzt aufgrund der langen Fußmärsche, die viele zurückgelegt haben.

Bei Infektionskrankheiten habe man es vor allem mit Fieber und Durchfällen zu tun. Dies sei "nichts Unerwartetes", sagte die Sektionschefin, denn Durchfallkeime treten häufig auf, "wenn viele Menschen lange Zeit an einem Platz verweilen".

Man habe daher auch die Hygienemaßnahmen in Nickelsdorf "signifikant" erhöht: Als Schutz vor Schmierinfektionen tragen alle Hilfskräfte Handschuhe, die Flüchtlinge selbst werden an den Toiletten nachdrücklich auf die "Händehygiene" hingewiesen. (APA, 15.9.2015)

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