"Falter": Verdacht auf Scheinselbstständigkeit im ORF

15. September 2015, 14:50
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Technische Mitarbeiter sollen über eine Leiharbeitsfirma in die Scheinselbstständigkeit gedrängt worden sein. Dem Unternehmen drohen hohe Nachzahlungen

53 Kameraleute, Cutter und andere technische Mitarbeiter haben einen Brief an die ORF-Führung unterschrieben. Der Vorwurf: Das Unternehmen habe sie dazu gedrängt, für ihre Arbeit beim ORF Rechnungen an eine Leiharbeitsfirma im Burgenland zu stellen. Das berichtet der "Falter" in seiner aktuellen Ausgabe.

Nach Dokumenten, die der Zeitung vorlägen, hätten "zumindest einige der Mitarbeiter" angestellt werden müssen: Sie waren an ihren Arbeitsplatz im ORF gebunden, seien für Dienste eingeteilt worden und hätten Weisungen von ORF-Mitarbeitern erhalten. Wegen des selbstständigen Arbeitsverhältnisses mussten sie sich selbst krankenversichern. Drei Mitarbeiter haben die Leiharbeitsfirma bereits geklagt, einer davon auch den ORF.

Hohe Zahlungen drohen

Für den ORF kann die Sache teuer werden. Denn die Gebietskrankenkasse kann nicht geleistete Beiträge bis zu fünf Jahre rückwirkend einfordern. Und kann der Arbeitgeber (in diesem Fall die Leiharbeitsfirma) nicht zahlen, muss der ORF einspringen. Der "Falter" schreibt von möglichen Zahlungen in Millionenhöhe.

Zwischenzeitlich hat der ORF die Zusammenarbeit mit der Firma beendet – und sie mit einer ähnlich lautenden Firma mit gleichem Sitz und Eigentümer wieder aufgenommen. Das Unternehmen dementiert alle Vorwürfe. (red, 15.9.2015)

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