Österreichs Konjunktur hellt sich langsam auf

15. September 2015, 12:02
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Die Bank Austria erwartet für heuer ein Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent, erst 2016 sollen es 1,5 Prozent werden

Wien – Österreichs Konjunktur kommt nicht recht vom Fleck. Im August war die Stimmung in der Industrie gedämpft, es dominierten Sorgen um die Entwicklung in Emerging Markets wie China. Dafür waren die Konsumenten zuversichtlicher, was ausgleichend wirkte. Für 2015 erwartet die Bank Austria ein Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent (2014: 0,4 Prozent), 2016 dann 1,5 Prozent.

Arbeitslosigkeit wird auch 2016 weiter steigen

Die Bank sieht einen "soliden und offenbar strapazierfähigen Aufschwung in der Eurozone", in dessen Zuge sich auch die österreichische Wirtschaft erhole. Allerdings beschleunige sich diese Erholung nicht, erklärt Chefökonom Stefan Bruckbauer. Auch zu Herbstbeginn sehe er keine Impulse für eine spürbare Konjunkturauffrischung. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt bleibt angespannt. Laut Berechnungen der Bank wird die Arbeitslosigkeit heuer von 8,4 auf 9,2 Prozent steigen, 2016 weiter auf 9,5 Prozent.

Bis zum Jahreswechsel 2015/16 dürften auch die Exporte kaum Impulse bringen – die schwächere Nachfrage aus Wachstumsmärkten wirkt laut Bank Austria bremsend. Sie verweist auf die Konjunkturschwäche in einigen Emerging Markets, die Krise in der Ukraine und die EU-Sanktionen gegen Russland. Hier sei weniger Wachstumsunterstützung für die österreichische Wirtschaft zu erwarten als angenommen.

Starker Konsum als Stütze

Dafür soll der Konsum seine Rolle als Träger des Wirtschaftswachstums in den kommenden Monaten ausbauen. Die Inflation bleibe niedrig und werde im Jahresdurchschnitt 2015 maximal 1,2 Prozent und 2016 dann 1,6 Prozent betragen, nach 1,7 Prozent im Vorjahr.

Dank der Lohnsteuerreform ab dem Jahr 2016, durch die die Österreicher mehr Geld im Börserl haben sollen, werde der Konsum noch wichtiger für das Wachstum der heimischen Wirtschaft. Für das kommende Jahr erwartet die Bank Austria einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 1,5 Prozent. Er gehe von mehr Unterstützung aus dem Ausland und einer schwungvolleren Inlandsnachfrage aufgrund von mehr Investitionen und mehr Konsum aus, sagt der Ökonom Walter Pudschedl. Durch die Steuerreform sieht die Bank einen Konjunktureffekt von 0,4 Prozentpunkten. (APA, 15.9.2015)

  • Die niedrige Inflation lässt den Österreichern mehr Geld im Börserl, das stärkt den zuletzt schwachen Konsum.
    foto: apa / scheidemann

    Die niedrige Inflation lässt den Österreichern mehr Geld im Börserl, das stärkt den zuletzt schwachen Konsum.

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