Credit Suisse zahlt im "Dark-Pool"-Verfahren 80 Millionen Dollar

15. September 2015, 07:36
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Anonyme Handelsplattform im Visier der US-Aufsichtsbehörden

Zürich/New York – Die Credit Suisse zahlt einem Medienbericht zufolge im Zusammenhang mit einem Verfahren wegen ihrer anonymen Handelsplattform (Dark Pool) in den USA mehr als 80 Millionen Dollar (71 Mio. Euro). Davon gingen über 50 Millionen Dollar an die US-Börsenaufsicht SEC und rund 30 Millionen Dollar an den Generalstaatsanwalt von New York, berichtete die Agentur Bloomberg am Montag.

Der Vorwurf lautete, die Bank habe nicht ausreichend offengelegt, wie die alternative Handelsplattform betrieben werde. Die Schweizer Großbank und die SEC wollten sich dazu nicht äußern.

Die Aufsichtsbehörden nehmen das Treiben in den Dark Pools seit einiger Zeit verstärkt unter die Lupe. Von zahlreichen Großbanken haben sie Informationen zu ihren Handelsplattformen angefordert. Die Konkurrentin UBS hatte im Jänner eingewilligt, im Rahmen eines Vergleichs 14,4 Millionen Dollar zu zahlen. Die Behörde hatte die UBS beschuldigt, bei gewissen Geschäften auf ihrem amerikanischen Dark Pool Regeln verletzt zu haben.

Dark Pools sind in der Finanzbranche und der Politik umstritten. Transparenz und Gebühren sind dort geringer als an regulierten Börsen. Käufer und Verkäufer müssen ihre Orders nicht publik machen, bevor sie sich auf ein Geschäft verständigt haben. Genutzt werden die Plattformen vor allem von institutionellen Investoren, die große Aktienpakete unbemerkt kaufen oder verkaufen und so für sie bessere Preise erzielen wollen. (APA/Reuters, 15.9.2015)

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