Onlinekiosk "Blendle" startet in Deutschland

14. September 2015, 17:13
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Bezahlt werden zehn bis 80 Cent pro Artikel. Mehr als 100 Medien bieten einzelne Texte zum Verkauf an, darunter "Spiegel", "Zeit" und "FAZ"

Berlin – Für Journalismus bezahlen kann man jetzt auch in Deutschland – zumindest so, wie sich das das niederländische Medien-Start-up Blendle vorstellt. Denn nach dem überaus erfolgreichen Start in den Niederlanden im Jahr 2014 (innerhalb weniger Wochen registrierten sich 100.000 Nutzer, mittlerweile sind es 400.000) will Blendle es auch in Deutschland wissen.

Seit Montag können auf blendle.de einzelne Artikel aus mehr als 100 Medien gekauft werden: Texte aus der "Zeit", dem "Spiegel" und der "Frankfurter Allgemeinen", aber auch "Bild am Sonntag" und einige deutsche Lokalblätter bieten ihre Texte zum Einzelverkauf an.

Positiver Beta-Test

Bei Blendle kaufen Leser Artikel für Preise zwischen zehn und 80 Cent – 30 Prozent des Erlöses bleiben beim Onlinekiosk. 2,50 Euro Startguthaben bekommen Neukunden geschenkt, und wenn ein Artikel nicht gefällt, wird der Kaufpreis rückerstattet.

Für die Expansion nach Deutschland waren die Start-up-Kassen gut gefüllt: Der Axel-Springer-Verlag und die "New York Times" hatten in das Unternehmen des 28-jährigen Marten Blankesteijn investiert. Vor dem riskanten Aufbruch in den großen deutschen Markt ließen die Unternehmer das Portal für Deutschland ausgiebig von Beta-Testern und Journalisten testen. Das Urteil der Medien (die ihre Inhalte zum Teil selbst über Blendle anbieten) fiel positiv aus.

Unternehmensgründer Blankesteijn sagt im Interview mit dem Branchendienst t3n, dass vor allem längere, hochwertige Texte auf Blendle populär sind. Auffällig sei beim Deutschlandtest die hohe Zahlungsbereitschaft der Nutzer gewesen – einige hätten gleich 50 Euro aufgeladen. (sefe, 14.9.2015)

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