Zwei Soldaten im Osten der Ukraine getötet

14. September 2015, 14:40
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Etliche Zwischenfälle unterminieren Waffenstillstand – Poroschenko sieht Waffenruhe vorsichtig optimistisch

Luhansk – Im Osten der Ukraine sind bei verschiedenen Zwischenfällen innerhalb von 24 Stunden zwei Soldaten der Regierungstruppen getötet worden. Die prorussischen Rebellen hätten in den Regionen Lugansk (Luganks) und Donezk mit Raketenwerfern die Regierungstruppen angegriffen, sagte ein Militärsprecher am Montag.

Er sprach darüber hinaus von einem Feuergefecht und von Heckenschützen, die in der Gegend von Marinka bei Donezk im Einsatz gewesen seien. Dem Militärsprecher zufolge wurden auch zwei Soldaten verletzt, einer wurde als vermisst gemeldet. Die Aufständischen sprachen von zwei verletzten Zivilisten durch eine Minenexplosion in einem Dorf bei Gorliwka.

Waffenstillstand brüchig

Die jüngsten Zwischenfälle unterminieren den "vollständigen" Waffenstillstand, der zum 1. September ausgerufen worden war. Dieser Waffenstillstand wurde bisher stärker beachtet als jener, der mit dem Minsker Friedensabkommen vom Februar proklamiert worden war. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hatte nach einem Treffen mit seinen Kollegen aus Russland, Frankreich und der Ukraine am Samstagabend in Berlin erklärt, "der jetzt zwei Wochen haltende Waffenstillstand" müsse "weiter gefestigt und abgesichert werden".

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat unterdessen einen Abzug russischer Soldaten aus den Konfliktgebieten im Osten seines Landes gefordert. "Das Ende des Kriegs ist erst da, wenn die russischen Besatzungstruppen abgezogen sind", sagte Poroschenko der Zeitung "Die Welt" vom Montag.

Derzeit seien "reguläre russische Einheiten" mit 9100 Mann, 240 Panzern und 530 gepanzerten Fahrzeugen in der Ostukraine präsent. Angesichts der aktuell weitgehend eingehaltenen Waffenruhe äußerte sich Poroschenko vorsichtig optimistisch. Die Einstellung der Kämpfe zwischen der ukrainischen Armee und prorussischen Separatisten werde dazu beitragen, "dass wir Europa mit Flüchtlingen in der Zukunft keine Probleme bereiten", sagte der Präsident. Derzeit gibt es demnach 1,45 Millionen Binnenflüchtlinge aus der Ostukraine.

Seit dem Beginn der militärischen Auseinandersetzungen im Osten der Ukraine im April 2014 wurden fast 8.000 Menschen getötet. (APA, 14.9.2015)

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