Häme im Netz für Seehofer-Aussagen zu Flüchtlingen

14. September 2015, 14:01
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Der bayrische Ministerpräsident forderte Grenzkontrollen, um "für die 14 Tage des Oktoberfests Vorsorge zu treffen"

Ist das berühmte Oktoberfest in München für die verschärften Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Österreich mitverantwortlich? Lauschte man am Sonntag der Pressekonferenz der CSU, könnte man diesen Eindruck gewinnen. "Wenn vor allem abends und am Wochenende dann stark alkoholisierte Wiesnbesucher auf so viele Flüchtlinge treffen, könnte es eng werden", erklärte der bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer da.

Die Aussage sorgt im Netz für Empörung. Zahlreiche Nutzer versuchten, dies kreativ auf Twitter auszuleben. So entwarfen Nutzer beispielsweise Lebkuchenherzen, die mit "O'grenz is!", also einer Variation der legendären "O'zapft is"-Eröffnung, beschriftet sind.


München kotzt

Auch die traditionellen Gepflogenheiten auf dem Oktoberfest kamen nicht ungeschoren davon:


Eine Renaissance erfährt auch die Oktoberfest-kritische Website "Münchenkotzt.de", die Bilder betrunkener "Alkoholleichen" sammelt und die Verunstaltung der Münchner Innenstadt dokumentiert.


Oktoberfest zur Abschreckung

Der deutsche Fernsehautor und Moderator Micky Beisenherz scherzte gar, Seehofer wolle das Oktoberfest zur Abschreckung der Flüchtlinge an die Grenze verlegen.


Viele Nutzer zitierten außerdem einen Artikel des Satireportals "Der Postillon", das von einer "Zeltstadt auf der Theresienwiese" (dem Ort des Oktoberfests) für sechs Millionen "Realitätsflüchtlinge". (fsc, 14.9.2015)

  • Das Oktoberfest startet am 19. September
    foto: apa/kneffel

    Das Oktoberfest startet am 19. September

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