Burkhard Reinartz: Olive des Nichts

    16. September 2015, 10:56
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    Der Kölner Radiomacher kombiniert Gedichte von Adam Zagajewski, Tomas Tranströmer und Philippe Jaccottet mit Musik aus dem Archiv des Münchner Labels ECM

    Jazz und Lyrik ist ein Hut, so alt, dass ihn die Jüngeren längst verstauben lassen. Ganz anders sind Zugang, Methode und Audioumsetzung des Kölner Radiomachers Burkhard Reinartz. Gedichte von Adam Zagajewski (Krakau/Chicago), des heuer verstorbenen Schweden und Literaturnobelpreisträgers Tomas Tranströmer sowie des in Frankreich lebenden Schweizers Philippe Jaccottet haben er, Anja Lais und Bruno Winzen eingelesen.

    Reinartz kombiniert, konterkariert, ummäntelt, zerbürstet diese großen Poeme mit Musik aus dem Archiv des Münchner Labels ECM, von pochend bis meditativ, von Stromgitarre bis gestopfte Trompete, von Eivind Aarset über Morton Feldman bis zu Tomasz Stanko. Kleiner Schönheitsmakel: Es gibt keinen Nachweis, welcher Text von welchem der drei Dichter stammt, noch einen Hinweis auf die jeweilige Musik. Dafür entschädigen die O-Töne von Jaccottet und Zagajewski. Diese ausnehmend intelligente, stille wie anregende CD, eine Art ECM-Quintessenz, ist sicherlich eine der schönsten Poesieproduktionen des Jahres. (Alexander Kluy, Album, 16.9.2015)

    • Burkhard Reinartz, "Eine Olive des Nichts. Zagajewski, Tranströmer, Jaccottet." € 24,99 / 77 min. ECM, München 2015
      cover: ecm

      Burkhard Reinartz, "Eine Olive des Nichts. Zagajewski, Tranströmer, Jaccottet." € 24,99 / 77 min. ECM, München 2015

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