Modewoche Tag 6: Sabine Karner, Franziska Michael, Marc Stone, Urban Fashion Night by Mario Soldo

Ansichtssache14. September 2015, 07:39
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Rückblick auf den letzten Tag der Vienna Fashion Week: Von Trekkingsandalen, Clubwear und Fäschn-Zampano Mario Soldo

Irgendwie ists wie im letzten Jahr. Nach fast einer Woche Modezelt schmeckt der letzte Tag ein bisschen nach Abschied. Dabei stehen die Zeichen rund ums Museumsquartier auf Sonntagsstimmung. Es ist Tag der offenen Tür im Mumok, lebende Brillo-Boxen laufen auf zwei Beinen durch den Hof und bewerben die Pop Art-Ausstellung, die Enzis sind voll belagert.

Und vorne im Zelt? Sind es wieder die jungen modeinteressierten Frauen, die da den späten Nachmittag verbringen. Sie warten auf eine Lokalmatadorin. Sabine Karner ist immerhin schon 14 Jahre im Geschäft und hat im ersten Bezirk einen neuen Showroom bezogen. Im Zelt führt sie dreierlei Kompetenzen vor. Für tagsüber hat die Designerin schimmernde Steppjacken und blaue Akzente im Programm, aber auch bodenlanges Nachtblau für den Abend. Und ja, Brautmode, die beherrscht sie auch. Zwischendrin verirrt sich ein blaues Shirt mit bronzefarbenem Aufruf "Change Now!" in die Präsentation. Ob das jetzt auch schon politisch zu lesen ist, bleibt unklar.

foto: thomas lerch
Sabine Karner
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Sabine Karner
foto: thomas lerch
Sabine Karner

Die darauf folgende Show der in Berlin lebenden Designerin Fransziska Michael hätte nicht gegensätzlicher ausfallen können. Ihre Sommerkollektion, die im Juli schon in Berlin zu sehen war, ist kompromisslos zeitgenössisch. Und sieht aus wie die Weiterentwicklung cooler Clubwear aus den Neunzigern. Filme wie "Hackers" hätten sie inspiriert, gab Franziska Michael schon zur Berlin-Premiere zu Protokoll.

Das Ergebnis? Überweite Leder- und Jeanslatzhosen für Männer wie Frauen, Minihöschen aus grünem Kunstrasen, Jacken aus orangefarbenem Mesh, schulterfreie Rollis, geschlechterübergreifend Trekkingsandalen. Keine Frage, das ist eher nichts für Opern- oder Jägerball. Aber vielleicht wäre das was für Maurice Ernst von Bilderbuch?

foto: thomas lerch
Franziska Michael
foto: thomas lerch
Franziska Michael
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Franziska Michael

Die Sachen des Schweizers Marc Stone, die Sonnenbrillen und Zweiteiler und die in die knielangen Hosen gestopften Pullis in Grau, Schlamm, Weiß, die wären dem Sänger wahrscheinlich einen Tick zu konventionell. Wobei, die Sonnenbrillen vielleicht?

foto: thomas lerch
Marc Stone
foto: thomas lerch
Marc Stone
foto: thomas lerch
Marc Stone

Jetzt aber heißt es erst einmal Daumen drehen. Das sagenhafte Sahnehäubchen, die Konfettikanone der Vienna Fashion Week, die alljährliche "Urban Fashion Night" des Mario Soldo, startet erst um 21 Uhr. Dafür gilt hier einmal mehr das Prinzip "Wundertüte". Mode, eingebettet in einen bunten Abend, kommt ohne Superlative selbstredend nicht aus.

Das Zelt ist also ein letztes Mal gesteckt voll, Soldo kündigt drei Kollektionen, vorgeführt von 100 Models an, Moderatorin Cathy Zimmermann wünscht einen "wunder, wunder, wunderschönen Abend". Es folgt Mode von Ferrari Zöchling, dem Angewandte-Diplomanden Kenneth Ize und Nina Kepplinger (Ninali). Am Ende säuselt Emma Lanford "Horny" von Mousse T ins Mikrofon, das Zelt klatscht im Takt, Soldo ist völlig aus dem Häuschen, die Models tanzen auf dem Laufsteg. Ja, das war sie wohl, die Vienna Fashion Week 2015. Und jetzt wird erstmal nach New York geschaut. (Anne Feldkamp, 14.9.2015)

Emma Lanford und Mario Soldo.


Ferrari Zöchling

foto: thomas lerch
Ferrari Zöchling
foto: thomas lerch
Ferrari Zöchling
foto: thomas lerch
Ferrari Zöchling


Kenneth Ize

foto: thomas lerch
Kenneth Ize
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Kenneth Ize
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Kenneth Ize

Nina Kepplinger – Ninali

foto: thomas lerch
Ninali
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Ninali
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Ninali




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