88 Tote bei Explosion von Bergbausprengstoff in Indien

13. September 2015, 14:45
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Zweistöckiges Restaurant, das zum Zeitpunkt des Unglücks gut besucht war, stürzte ein

Neu-Delhi – Die Explosion eines vermutlich illegalen Sprengstofflagers mitten in der indischen Stadt Petlawad hat mindestens 88 Menschen getötet und etwa 100 Menschen verletzt. Unter den Opfern waren Tagelöhner, die an der Bushaltestelle vor dem Gebäude in der zentralindischen Stadt warteten, sowie zahlreiche Menschen, die in einem angrenzenden Restaurant frühstückten.

Nach dem Besitzer des Vorrats an Bergbausprengstoffen werde gesucht, sagte ein Polizeisprecher. Zu dem Unglück kam es laut Polizeiangaben, als Samstagfrüh ein Kurzschluss sogenannte Sprenggelatine entzündete. Zunächst hieß es, die Explosionsserie sei durch die Detonation von Gasbehältern im Restaurant ausgelöst worden. Laut lokalen Medien wird Sprenggelatine in der Region im Bundesstaat Madhya Pradesh verwendet, um Brunnen im steinigen Boden zu graben. Die gummiartige Substanz aus Nitroglyzerin hat bedeutend mehr Sprengkraft als Dynamit.

Das zweistöckige Gebäude, in dem sich das gut besuchte Restaurant sowie Wohnungen befanden, stürzte unter dem Druck der Detonationen ein. Auch drei benachbarte Gebäude wurden zerstört. Der Besitzer des explosiven Materials betreibe eine kleine Mühle, sagte Distriktpolizeichefin Sima Alawa. Er besitze zwar auch eine Lizenz für die Verwendung von Sprengstoffen für sein Bergbauunternehmen, hätte die Gelatine aber nicht lagern dürfen.

"Menschen wie Kieselsteine"

Ein Augenzeuge schilderte der Zeitung "Hindustan Times" das gewaltige Ausmaß der Detonation: "Bei der Explosion wurden Menschen wie Kieselsteine in die Luft geworfen", sagte ein Augenzeuge der Zeitung "Hindustan Times". Aruna Gupta von der Distriktbehörde schilderte: "Das waren riesige Explosionen. Keiner in einem Umkreis von 500 Fuß (150 Meter) hätte die Detonation überleben können."

Von Autos und Motorrädern vor dem Gebäude waren nur noch Metallreste übrig. "Ich hörte die Explosionen und rannte zu der Unglücksstelle. Staub hing in der Luft. Überall lagen Leichen. Ein Mädchen weinte und wurde gerettet", sagte der Augenzeuge Babu Lal der Nachrichtenagentur IANS.

Der indische Premier Narendra Modi zeigte sich tief betroffen von der Tragödie. "Der große Verlust von Menschenleben schmerzt mich sehr. Ich möchte den Angehörigen der Todesopfer meine aufrichtigste Anteilnahme aussprechen. Allen Verletzten wünsche ich eine schnelle Genesung", teilte Modi auf Twitter mit. Der Ministerpräsident des Bundesstaates Madja Pradesh, Shivraj Singh Chouhan, versprach den Familien der Opfer Schadenersatzzahlungen. (APA, 13.9.2015)

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