Nach Iran-Deal: USA und Israel verhandeln diskret

13. September 2015, 14:23
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"Sondierungen auf unterer Ebene ebnen den Weg zu regulären Treffen auf höchster Ebene in den kommenden Wochen"

Teheran/Washington – Nach dem Scheitern der Blockade des Iran-Atomabkommens im US-Senat scheint sich Israels Regierung mit den Tatsachen abzufinden, obwohl sie die Vereinbarung heftig bekämpft hatte. Vertreter Israels und der USA würden bereits "unangekündigt, diskret und inoffiziell" über US-Hilfen zur Stärkung der Sicherheit Israels gegenüber dem Iran verhandeln, berichtete die Tageszeitung "Haaretz" am Sonntag.

"Sondierungen auf unterer Ebene ebnen den Weg zu regulären Treffen auf höchster Ebene in den kommenden Wochen", schrieb das Blatt unter Berufung auf namentlich nicht genannte amerikanische und israelische Regierungsquellen. Die USA sind Israels wichtigster Verbündeter. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte allerdings nach Ansicht israelischer Kommentatoren viel Porzellan zerschlagen, als er mit massiver Lobby-Arbeit versuchte, im US-Senat eine Blockade des Iran-Abkommens herbeizuführen.

Am vergangenen Donnerstag verfehlte jedoch der Senat das nötige Quorum für eine Blockade, obwohl die das Gremium dominierenden Republikaner geschlossen für eine solche gestimmt hatten.

Grünes Licht vor zehn Tagen

Das Angebot von US-Präsident Barack Obama, Israels Streitkräfte mit zusätzlichen Abwehrwaffen auszurüsten, lehnte Netanyahu bisher in öffentlichen Aussagen ab. Doch bei einem vertraulichen Treffen mit den Spitzen des Außenministeriums hatte Netanyahu bereits vor zehn Tagen seinen Diplomaten grünes Licht für Verhandlungen über die amerikanischen "Kompensationen" gegeben, heißt es in dem "Haaretz"-Bericht.

Letzte Woche sei der stellvertretende Generaldirektor im israelischen Außenministerium, Jeremy Issacharoff, zu Gesprächen nach Washington gereist. Israel befürchtet, dass sich der Erzfeind Iran nicht an das Atomabkommen halten und weiter insgeheim an der Entwicklung von Nuklearwaffen arbeiten wird. (APA, 13.9.2015)

  • Nach außen hin zeigt sich Israels Premier Benjamin Netanyahu noch ablehnend, aber intern hat er grünes Licht für Verhandlungen über US-amerikanische "Kompensationen" gegeben.
    foto: ap / monsivais

    Nach außen hin zeigt sich Israels Premier Benjamin Netanyahu noch ablehnend, aber intern hat er grünes Licht für Verhandlungen über US-amerikanische "Kompensationen" gegeben.

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