Nippelburschen buhlen um Wählerstimmen

Kolumne11. September 2015, 18:27
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Die Politik wird immer geiler

Ausgsteckt is! Seit der russische Tuttelbär Wladimir Putin keine Gelegenheit mehr auslässt, sich beim Reiten, Jagen oder Fliegenfischen oben ohne fotografieren zu lassen, ist die blanke Herrenbrust auch in der österreichischen Politik ständig präsent.

Schon im Jahr 2013 gab es die Greisennippel des austrokanadischen Zubehörkonfusiks Frank Stronach zu bestaunen. Dann folgten die nackten Midlife-Warzen des FP-Chefs Hazee "Mirabellenkaiser" Strache.

Das jüngste Busenwunder ist Julian Schmid, 26 und grüner Abgeordneter im Nationalrat. Ein fotografischer Oben-ohne-Gruß, den Schmid im Juli via Facebook aus Mallorca geschickt hat, hat nicht nur bei weiblichen Stimmbürgern für Hormonschübe gesorgt, auch bei homosexuellen Wechselwählern hat Schmid gepunktet. Für ein Cornetto Heidelbeer zeigt man seinen Beidl her; für einen Sitz im Parlament lässt man die Brustwarzen nachschauen, wie es an der frischen Luft zugeht. Wenn das nicht geil ist!

Als großer Freund der Sinnenfreude hat der Krisenkolumnist selbstverständlich nichts gegen politische Aufganselung. Aber ein paar kritische Bemerkungen zum Oben-ohne-Trend müssen erlaubt sein.

Der erste Einwand ist genderpolitisch. Dass es ausschließlich Männer sind, die ihre Klingelknöpfe zur Schau stellen, brüskiert alle heterosexuellen Geschlechtsgenossen: Unsereins will nackte Weibertitten sehen! Die Parteien sollten deshalb dafür sorgen, dass auch ihre Mandatarinnen in spe offenlegen, was sie in Sachen Glockenspiel zu bieten haben. Angenehmer Zusatzeffekt für alle Politanalytiker, Zeitungskommentatoren und Spindoktoren: Sie werden mit der Erforschung des Zusammenhangs von Körbchengröße und Wählerzuspruch alle Hände voll zu tun haben.

Einwand zwei: Warum müssen es immer nur die Augäpfel sein, mit denen man auf seine männlichen Qualitäten hinweist? Brustwarzen sind sekundäre Geschlechtsorgane, und mit Zweitklassigem sollte man sich nicht zufriedengeben. Alternativvorschlag: Viel besser wäre es, wenn sich die Politiker gleich von vornherein mit erigiertem Gebärvater auf den Plakatständern präsentieren würden, tunlichst mit präzisen Angaben zu Durchmesser, Länge und Standfestigkeit. Man will ja nicht die Katze im Sack wählen, und der Schwanzvergleich an der Urne fiele dann wesentlich leichter. (Christoph Winder, Album, 12.9.2015)

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