Angstgegner Augsburg reitet ein

11. September 2015, 14:01
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Außenseiter gewann drei der letzten vier Duelle – Für Stöger und Hasenhüttl geht es um die Prolongation eines guten Saisonstarts

Wien – Bayern München zieht seit Monaten an der Spitze der deutschen Fußball-Bundesliga souverän seine Kreise. Aber nicht, wenn der kleine Lokalrivale kommt. Der FC Augsburg hat drei der jüngsten vier Duelle gegen den aktuellen Meister für sich entschieden und setzt auch am Samstag in München wieder auf die Derby-Form.

Zweimal in der Liga und in einem Vorbereitungsturnier hat Augsburg den Rasen als Sieger gegen die Bayern verlassen. Nicht zuletzt deshalb mimt Matthias Sammer wieder seine Paraderolle als der Mann mit dem Zeigefinger. "Für uns wird es psychologisch ein sehr schwieriges Spiel. Nach den wichtigen Länderspielen und vor dem Start in die Champions League kommt jetzt Augsburg. Und wir sollten keinen Denkfehler begehen und meinen, das wird ein einfaches Spiel", verkündete der Sport-Vorstand der Bayern.

Trotz des Ausfalls der Flügelzange Arjen Robben/Franck Ribery hat Bayern-Coach Pep Guardiola gerade offensiv weiterhin exklusive Möglichkeiten. Neuzugang Kingsley Coman brachte sich selbstbewusst als Alternative für beide Außenbahnen ins Gespräch: "Ich bin der Spieler, der den Unterschied macht – und zwar in jeder Minute des Spiels", sagte der 19 Jahre alte Franzose bei seiner offiziellen Vorstellung. Mario Götze ist auch noch da, geigte zuletzt im Nationalteam auf.

Ein Team gegen ein Werk

Nach einem guten Saisonstart können auch die Teams der beiden österreichischen Trainer Peter Stöger (1. FC Köln) und Ralph Hasenhüttl (FC Ingolstadt) mit Selbstvertrauen in die vierte Runde gehen. Köln ist mit sieben Punkten aus drei Spielen so gut wie zuletzt vor 19 Jahren in die Bundesliga gestartet und will auch bei Eintracht Frankfurt nachlegen.

Die schwierigere Aufgabe erwartet Hasenhüttl mit den drei Österreichern Ramazan Özcan, der im Tor stehen wird, Lukas Hinterseer und Markus Suttner. Der Aufsteiger, der zwei der drei bisherigen Spiele gewonnen hat, empfängt Vizemeister VfL Wolfsburg. Sie haben eine "hervorragende Mannschaft", auch wenn der VfL "in der Transferperiode 100 Millionen Euro eingenommen" habe, erklärte Hasenhüttl. 36 Millionen hat Wolfsburg aber auch an Schalke für Julian Draxler überwiesen, der so wie der von den Bayern geholte brasilianische Innenverteidiger Dante gegen Ingolstadt erstmals in der Startelf stehen könnte.

Der VfB Stuttgart mit den beiden ÖFB-Teamspielern Martin Harnik und Florian Klein hofft beim Gastspiel gegen die Hertha in Berlin dagegen endlich auf die ersten Punkte. Die Systemumstellung des ehemaligen Leipzig-Trainers Alexander Zorniger auf Pressing hat bisher noch nicht die gewünschen Ergebnisse gebracht. "Wir können einfach nicht ignorieren, dass wir zehn Gegentore bekommen haben. Wir müssen nachjustieren", erklärte Zorniger.

Tabellenführer Borussia Dortmund, so wie die Bayern noch ohne Punkteverlust, muss in Hannover voraussichtlich auf Marco Reus verzichten (angebrochene Zehe). Das erhöht die Chancen auf das Debüt des von Manchester United ausgeliehenen belgischen Teamspielers Adnan Januzaj im BVB-Trikot. (APA, red, 11.9.2015)

  • Pep weiß nur zu gut, was gegen Augsburg schief gehen kann.
    foto: reuters/rehle

    Pep weiß nur zu gut, was gegen Augsburg schief gehen kann.

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