Wolfgang Muchitsch leitet künftig Joanneum

11. September 2015, 11:58
1 Posting

Position von Pakesch wird nicht nachbesetzt – Leitung des Kunsthauses wird neu ausgeschrieben

Graz – Nach dem überraschenden Rücktritt des Intendanten des Grazer Universalmuseums Joanneum (UMJ), Peter Pakesch, wird es nur mehr einen Geschäftsführer geben. Der bisherige Direktor, Wolfgang Muchitsch, steht künftig allein an der Spitze des Unternehmens, gab Kulturlandesrat Christian Buchmann (ÖVP) am Freitag bei einer Pressekonferenz bekannt. Die Leitung des Kunsthauses wird neu ausgeschrieben.

"In jedem Wechsel steckt auch eine Chance", gab sich Buchmann philosophisch, als er die seit Tagen schwelenden Rücktritts-Gerüchte bestätigte. Peter Pakesch habe ihn bereits im Sommer darüber informiert, dass er sich neuen Aufgaben widmen möchte. "Das ist alles weniger dramatisch, als es in den Medien dargestellt wird", meinte Buchmann. Man habe sich geeinigt, eine einvernehmliche Vertragsauflösung mit Ende September anzustreben, einen diesbezüglichen Antrag will Buchmann nächste Woche in der Landesregierung einbringen, außerdem muss die Stadt Graz als Gesellschafterin (15 Prozent) zustimmen.

Die Position von Pakesch wird nicht nachbesetzt, in Zukunft wird es nur noch einen Geschäftsführer geben. Wolfgang Muchitsch (51) soll zumindest bis Ende 2017, wenn sein derzeitiger Vertrag endet, diese Funktion übernehmen. Neu ausgeschrieben wird aber die Leitung des Kunsthauses, das 2003 eröffnet und von Pakesch geleitet wurde. Das Geld, das man sich durch Pakeschs Abgang spart, soll ausdrücklich dem künstlerisch-wissenschaftlichen Betrieb zugutekommen, betonte der Landesrat.

"Ich bedauere es persönlich sehr, dass ich meinen Geschäftsführungspartner verliere, wir haben sehr freundschaftlich miteinander gearbeitet", erklärte Wolfgang Muchitsch. Pakesch stand zwölf Jahre an der Spitze des Unternehmens. "Seit 2011 haben wir 17 Millionen Euro eingespart", verwies Muchitsch auf die Budget-Problematik, die dem Vernehmen nach zu Pakeschs Abgang geführt habe. Nachfolgeprobleme gebe es aber keine, denn, so Buchmann "das Joanneum ist ja kein Ein-Mann-Unternehmen, sondern personell gut aufgestellt". Bis zur Findung eines neuen Kunsthauschefs wird dieser Bereich von Kuratorin Katrin Bucher Trantow geleitet.

Peter Pakesch, der sich derzeit noch auf Urlaub befindet, wird demnächst eine Pressekonferenz geben und mehr über seine Pläne verraten. Keine Information gab es darüber, ob er – wie kolportiert – die Verwaltung des Nachlasses von Maria Lassnig übernehmen werde. Die im Mai 2014 verstorbene Kärntner Künstlerin hatte der Neuen Galerie 2013 fünf ihrer Werke überlassen. Ihren Nachlass hat sie testamentarisch zur Gänze in eine Stiftung eingebracht, die sich um die Erforschung und Pflege ihres Werks kümmern soll. (APA, 11.9.2015)

Share if you care.