IS-Chef ist Mossad- oder CIA-Agent: Strache glaubt Satireportal

11. September 2015, 10:42
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Die "Allgemeine Morgenpost Rundschau" hatte von vermeintlichen Drohungen der USA gegen den Iran berichtet

Aller guten Dinge sind drei: FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ist zum dritten Mal binnen weniger Monate auf eine Satiremeldung hereingefallen. Am Donnerstag verlinkte Strache auf seiner Facebook-Seite einen Artikel, in dem von Drohungen der USA gegen den Iran berichtet wurde, sollte dieser weiter Stellungen der Terrormiliz "Islamischer Staat" bombardieren. Der Bericht stammt allerdings aus der "Allgemeinen Morgenpost Rundschau". Deren Slogan: "unbestechlich und käuflich, einseitig und neutral, gerecht und opportun" – ganz klar eine Satireseite, was im Impressum der Website auch eindeutig deklariert wird. "Alle Inhalte, die Sie hier vorfinden, sind allesamt frei erfunden", so die Autoren.

Iran soll Pläne der USA durchkreuzen

Das hielt Strache allerdings nicht davon ab, den Artikel an seine fast 250.000 Facebook-Fans zu verbreiten. In dem Satireartikel heißt es, die USA wollten, dass die Terrormiliz "Islamischer Staat" weiterhin syrisches Territorium halte, damit die USA diese Infrastruktur zerstören können. Ziel seien "syrische Ölförderanlagen". Der Iran durchkreuze diese Pläne nun, wenn autonom IS-Stellungen bombardiert werden. "Glaubhaften Hinweisen aus sozialen Netzwerken zufolge wird IS von einem CIA- oder Mossad-Agenten angeführt", heißt es im Artikel, "möglicherweise könnte der Angriff daher als ein direkter Angriff auf US-Truppen gewertet werden."

Kein Einzelfall

Nach zahlreichen Hinweisen hat Strache das Posting mittlerweile wieder entfernt. Das Internet vergisst jedoch nicht, zahlreiche Screenshots zeigen den Fauxpas. Strache beziehungsweise sein Social-Media-Team beweist hier zusehends Lernresistenz. Denn auf der Facebook-Seite des FPÖ-Chefs wurden bereits öfters Satirenachrichten verbreitet. So fiel Strache auf die Meldung herein, dass "Brüssel" ein Panierverbot bei Schnitzeln plane. Außerdem verlinkte er einen "Postillon"-Artikel, in dem die USA der EU mit Sanktionen drohten, sollte diese nicht schärfere Sanktionen gegen Russland beschließen. (fsc, 11.9.2015)

  • Das Posting wurde mittlerweile wieder gelöscht.
    foto: screenshot

    Das Posting wurde mittlerweile wieder gelöscht.

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