Frankreich wegen Russlands Syrien-Engagement besorgt

11. September 2015, 10:33
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Außenminister Fabius fordert politische Lösung des Konflikts

Paris – Nach den USA hat sich auch Frankreich besorgt über Hinweise auf ein verstärktes militärisches Engagement Russlands im Bürgerkriegsland Syrien geäußert. "Das beunruhigt mich", sagte der französische Außenminister Laurent Fabius am Donnerstagabend dem Fernsehsender France 3.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow habe zwar zurückgewiesen, dass sein Land sich stärker in den Syrien-Konflikt einmische, US-Außenminister John Kerry habe ihm aber in einem Telefonat dargelegt, dass es entsprechende Geheimdienstinformationen gebe, fügte Fabius hinzu. "Nicht indem man Krieg zum Krieg hinzufügt, wird man zu einer Lösung kommen", warnte Fabius. Vielmehr müsse es eine politische Lösung des Konflikts in Syrien geben. Er hoffe, dass "Amerikaner, Russen, Iraner etc." dazu beitrügen.

USA warnen

Die USA hatten erklärt, verstärkte Hinweise auf ein direktes militärisches Eingreifen Russlands in den syrischen Bürgerkrieg zu haben. US-Regierungsvertreter sprachen etwa von Militärflugzeugen, gepanzerten Truppentransportern und Panzerlandungsschiffen, die in den vergangenen Tagen in das Bürgerkriegsland entsandt worden seien. Auf einem Flughafen in der Region Latakia gebe es Hinweise, dass Russland plane, von dort aus eine Art Flugeinsatzzentrale zu betreiben. Kerry teilte Lawrow am Samstag in einem Telefonat seine "Beunruhigung" mit.

Der russische Außenminister erklärte am Donnerstag, sein Land habe keine "zusätzlichen Maßnahmen" zur Verstärkung seiner Militärpräsenz in Syrien ergriffen. "Russische Militärexperten arbeiten in Syrien, sie zeigen der syrischen Armee den Umgang mit unseren Waffen", führte Lawrow bei einer Pressekonferenz aus. Russland gehört zu den letzten Unterstützern von Syriens Staatschef Bashar al-Assad. (APA, 11.9.2015)

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