ATX geht schwächer ins Wochenende

11. September 2015, 17:56
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Ruhiger Handel – Erste Group soll Verkauf fauler Kredite in Rumänien gestoppt haben – Post nach Analystenstimme drei Prozent tiefer

Wien – Die Wiener Börse hat am Freitag schwächer geschlossen. Der ATX fiel 15,27 Punkte oder 0,67 Prozent auf 2.266,04 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 19 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.285,00 Punkten.

Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York +0,01 Prozent, DAX/Frankfurt -0,78 Prozent, FTSE/London -0,61 Prozent und CAC-40/Paris -0,92 Prozent.

Bereits die zuletzt oft panisch schwankenden Börsen Asiens hatten einen ruhigen Handelstag vorgegeben und ebenso kam es an der Wiener Börse wie auch an den übrigen Handelsplätzen Europas. Analysten verwiesen auf das meistbeachtete Ereignis unter Anlegern, die US-Zinsentscheidung. Diese folgt erst am kommenden Donnerstag, zudem werden in China am Sonntag die August-Zahlen zur Industrieproduktion veröffentlicht – auch hierauf dürften einige Investoren warten.

Vor diesem Hintergrund blieben zum Wochenausklang vorgelegte Konjunkturdaten ohne Impulse. Weder vormittags publizierte Zahlen zur italienischen Industrieproduktion, die im Juli ihr größtes Plus seit Mitte 2014 einfuhr, noch die etwas besser als erwartet ausgefallene US-Erzeugerpreise für August hatten erwähnenswerte Auswirkungen auf die Kurse.

An der Wiener Börse verbilligten sich Erste Group um 1,25 Prozent. Die rumänische Tochterbank der Erste Group hat nach Angaben aus informierten Kreisen den Verkauf fauler Kredite im Nominalwert von 2,7 Mrd. Euro gestoppt. Begründet wird dies nach Angaben der Finanznachrichtenagentur Bloomberg mit zu niedrigen Angeboten. Weder in der Wiener Erste Group noch in der Erste-Tochter BCR (Banca Comerciala Romana) gab es einen Kommentar zu "Marktgerüchten". Internationalen Agenturmeldungen zufolge waren die Fonds Blackstone und Lone Star Bieter für das Kreditportfolio (Projektname: Neptune).

Zudem handelten sich die Papiere der Österreichischen Post ein Minus von 3,00 Prozent auf 32,36 Euro ein. Die Analysten von Goldman Sachs hatten zuvor ihr Kursziel deutlich von 40 auf 31 Euro gekürzt und auch ihre Gewinnerwartungen geschmälert, sie raten weiter zum Verkauf der Aktie. Auf den Plan rief die Goldman-Experten insbesondere der angekündigte Markteintritt der Deutsche Post-Tochter DHL im Gemenge mit den sinkenden Postsendungen.

OMV verbilligten sich um 0,85 Prozent auf 21,50 Euro. Auch für die OMV-Aktie haben die Goldman-Analysten ihr Kursziel gesenkt, und zwar von 27 auf 24 Euro. Ihr Votum bleibt bei "Neutral". (APA, 11.9.2015)

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