Schlagerwirt: Wenn die Pommes den Burger überholen

15. September 2015, 14:00
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Mahlkampagne Oberösterreich: Isst man Burger bei Slow-Food-Wirten, und kann man auch langsame Erdäpfel erwarten?

Am Schnittpunkt von Oberwallsee und Bad Mühllacken steh ich vor einer Grundsatzfrage: Soll man tatsächlich in einem Ausflugswirtshaus mit Landwirtschaft, von Slow Food gewürdigt, einen Burger bestellen? Und: Ist der Burger dann auch slow und nachhaltig und frei von Fertigprodukten, wie die Karte betont?

Solche Grundsatzfragen soll man nicht mit leerem Magen angehen. Also: eine Suppe, die definitiv nach regional, traditionell und slow klingt, jedenfalls in dieser Gegend.

foto: harald fidler
Rahmsuppe, geselcht.

Ich darf vorstellen: "G'selchte Rahmsuppe mit Schwarzbrotschnitt'n". Sehr reichhaltig, sehr rahmig, durchaus intensiv, um nicht zu sagen, ein bisserl salzig, aber: gut.

Sensationshungrig auf die fette Sau

Wenn eine Karte "Die Sensation!" ankündigt, dann komm ich sensationslüsterner Esser schwer daran vorbei. Vor allem, wenn so ein "Schweinsbrat'l aus dem Holzofen" angekündigt wird, mit warmem Speckkrautsalat, mit Semmelknödel und Eferdinger "Landl-Erdäpfel". Eine schöne Tradition, gleich zwei Sättigungsbeilagen zur ohnehin schon recht satt machenden Sau zu reichen.

foto: harald fidler
Fette Sau

Was soll ich sagen: Schon der Braten eine fette Freude, der Krautsalat hält mit recht rescher Säure dagegen und Eferding hat einen schönen Beitrag zur doppelten Sättigung geliefert, der Knödel ohne Tadel.

Bevor Sie jetzt einwenden: Wie soll man nach diesen zwei Portionen einen Burger verzwicken, und sei es der langsamste zwischen Mühllacken und Bra? Nein, den Burger beim Schlagerwirt hat die allerbeste Frau von allen bestellt, nach einer anständigen, wiewohl auch ein wengerl salzigen Frittatensuppe. Ja, die Wunderbare, aber so wollen Sie ja nicht mehr von ihr lesen, wie ich lesen musste.

Burger, bestens

Der Burger, und ich habe nach meinen zwei Portionen gekostet, war sehr gut, Weideochs und hauseigenes Schwein waren avisiert, und gelungen war ihre Laberlwerdung jedenfalls. Was also hat der Fidler zu meckern?

foto: harald fidler
Burger mit schnellen Pommes

Die Pommes schienen mir nicht ganz im Sinne des Produktversprechens in der Karte. Aber wer weiß, vielleicht irrten wir ja, und die Fritten waren auch aus Eferding und vor Ort verarbeitet.

Egal: Sie waren schon okay, fanden wir. Und: Wer an Orten wie diesen einen Burger mit Pommes bestellt, trägt eben ein Restrisiko etwas schnellerer Pommes. Soll einem wahrlich nichts Schlimmeres passieren, oder? (Harald Fidler, 15.9.2015)

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