Nordirak: Türkei setzt Luftschläge gegen PKK-Ziele fort

10. September 2015, 12:45
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Davutoglu spricht von sehr wirkungsvollen Angriffen – Kurdenpolitikerin droht mit Hungerstreik

Ankara – Die türkische Luftwaffe hat auch am Donnerstag Ziele der in der Türkei verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) im benachbarten Nordirak angegriffen. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte in Ankara, die Angriffe am Mittwoch und Donnerstag seien sehr wirkungsvoll.

Seit einem PKK-Anschlag, bei dem am Sonntag 16 Soldaten getötet wurden, hat die türkische Armee ihre Operationen gegen die PKK ausgeweitet. Einen Waffenstillstand mit der PKK hatte sie im Juli aufgekündigt. Seitdem sind nach offiziellen türkischen Angaben mehr als 100 Polizisten und Soldaten sowie rund 2.000 PKK-Angehörige getötet worden.

Hungerstreik angedroht

Die Kurdenpolitikerin Leyla Zana hat an die türkische Regierung und die PKK aufgerufen, ihre Gefechte einzustellen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Alle Parteien sollten die Waffen niederlegen, sagte Zana nach einem Bericht der Zeitung "Hürriyet" vom Donnerstag. Wenn dies nicht geschehe, werde sie in einen Hungerstreik treten, den sie bis zum Tod durchhalten werde. Lieber sterbe sie, als sich das Sterben weiter ansehen zu müssen.

Die 54-jährige Zana ist innerhalb und außerhalb der Türkei eine der bekanntesten Kurdenpolitikerin überhaupt. 1991 zog sie sich den Zorn der türkischen Staatsgewalt zu, indem sie bei ihrer Vereidigung als Abgeordnete einige Sätze auf Kurdisch sprach. Sie wurde inhaftiert und kam erst 2004 wieder frei. Derzeit sitzt sie für die legale Kurdenpartei HDP im Parlament von Ankara. (APA, 10.9.2015)

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