Andris Nelsons wird neuer Gewandhaus-Kapellmeister

10. September 2015, 11:30
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Folgt auf Riccardo Chailly – Leipziger Stadtrat muss noch zustimmen

Leipzig – Der lettische Dirigent Andris Nelsons soll neuer Gewandhaus-Kapellmeister in Leipzig werden. Das gaben das Konzerthaus und die Stadt Leipzig am Mittwoch bekannt. Der 36-Jährige soll auf Riccardo Chailly folgen, der sich im Sommer 2016 vorzeitig als Chefdirigent des Gewandhauses zurückzieht. Nelsons Benennung als Nachfolger muss der Leipziger Stadtrat noch zustimmen.

Die endgültige Entscheidung soll im Oktober fallen, wie ein Stadtsprecher sagte. Nelsons stellte sich am Mittwoch persönlich im Gewandhaus vor. "Für mich wird ein Traum wahr", sagte der 36-Jährige in einem Mix aus deutschen und englischen Sätzen. "Es ist eines der größten Dinge, die einem Dirigenten passieren können."

Nicht nur er zeigte sich glücklich über die geplante Besetzung. Auch Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) und Gewandhausdirektor Andreas Schulz sprachen von großer Ehre und großer Begeisterung. Nelsons habe bei dem Orchester selbst von Anfang an als Wunschkandidat festgestanden, verriet Jung.

Dirigiert bereits in der Spielzeit 2016/17

Nelsons werde seine Amtszeit in Leipzig mit einem Antrittskonzert zum Start der Saison 2017/18 beginnen, kündigten die Verantwortlichen an. Er werde das Gewandhausorchester aber bereits in der Spielzeit 2016/17 dirigieren. Bereits am 5. Mai kommenden Jahres gibt der 36-Jährige ein Gastspiel – mit seinem Boston Symphony Orchestra. Der Lette will künftig beide Orchester leiten, seinen Vertrag in Boston hat er bereits bis zur Saison 2021/2022 verlängert.

Mit dem gemeinsamen Dirigenten sollen beide Häuser enger zusammenrücken. Geplant sei, in jedem Jahr gemeinsam ein Orchesterwerk in Auftrag zu geben und in beiden Häusern aufzuführen, kündigte Gewandhausdirektor Schulz an. Zudem solle es Konzertwochen geben, in denen das eine Ensemble jeweils das Repertoire des anderen interpretiere.

Der Lette Nelsons ist derzeit Chefdirigent des Boston Symphony Orchestra. Schon mit 24 Jahren war er Chefdirigent der Lettischen Nationaloper in Riga. Von 2006 an leitete er für drei Jahre die Nordwestdeutsche Philharmonie in Herford. (APA, 10.9.2015)

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