Überschwemmungen und Erdrutsche in Japan

10. September 2015, 15:52
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Taifun war zuvor über Zentraljapan gezogen – 150.000 Menschen mussten sich in Sicherheit bringen

Tokio – Sintflutartiger Regen in Folge des Taifuns Etau hat in Japan zu schweren Überschwemmungen geführt. In der Stadt Joso trat der Fluss Kinugawa am Donnerstag mit aller Macht über die Ufer – auf Fernsehbildern war zu sehen, wie sich eine Schlammwelle ihren Weg durch einen Teil der Stadt bahnte und Häuser, Autos und Strommasten mit sich fortriss. Probleme gab es auch im havarierten AKW Fukushima.

Verzweifelte Einwohner von Joso warteten auf Hilfe, tausende Menschen wurden angewiesen, sich in Sicherheit zu bringen. Soldaten wurden für Rettungsmaßnahmen in die nördlich von Tokio gelegene 65.000-Einwohner-Stadt entsandt. Ein Mann klammerte sich an einen komplett von Wasser umspülten Strommasten. Er konnte später gerettet werden.

"Hoffnung nicht aufgeben"

Per Hubschrauber wurde ein Anrainer von einem überschwemmten Haus gerettet. Verzweifelte Menschen wedelten mit Handtüchern von Balkonen, um die Retter auf sich aufmerksam zu machen. Der Fernsehsender NHK rief die Gestrandeten auf, die Hoffnung nicht aufzugeben.

"Die Niederschläge haben ein bisher unerreichtes Ausmaß erreicht", sagte der Meteorologe Takuya Deshimaru bei einer eilig einberufenen Pressekonferenz. Ministerpräsident Shinzo Abe erklärte, seine Regierung sei in hoher Alarmbereitschaft. "Die Regierung steht zusammen und wird ihr Bestes tun, um mit der Katastrophe umzugehen", sagte Abe. Höchste Priorität habe dabei die Rettung von Menschenleben.

Mindestes 16 Verletzte

Auch andere Landesteile, darunter die Hauptstadt Tokio, waren von dem Unwetter betroffen. Landesweit wurden nach sintflutartigen Regenfällen und Überschwemmungen mehrere Menschen vermisst. In der Präfektur Ibaraki, wo auch Joso liegt, wurden 20.000 Menschen angewiesen, sich in Sicherheit zu bringen. In Tochigi mussten 90.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden, weiteren 116.000 wurde geraten, ihre Häuser zu verlassen. Mindestens 16 Menschen wurden seit dem Durchzug des Taifuns am Mittwoch verletzt.

Etau zog unterdessen weiter zum Japanischen Meer, die schweren Regenfälle hielten aber zunächst weiter an. Im havarierten Atomkraftwerk Fukushima wurden die Entwässerungspumpen überschwemmt, radioaktiv verseuchtes Wasser gelangte dadurch erneut ins Meer. Der Betreiberfirma Tepco zufolge flossen Hunderte Tonnen verseuchten Wassers in den Pazifik. (APA/dpa, 10.9.2015)

  • Ein Fluss in Joso, Provinz Ibaraki, reißt ein Haus weg.
    foto: kyodo news via ap

    Ein Fluss in Joso, Provinz Ibaraki, reißt ein Haus weg.

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