WLAN: Das Drahtlosnetzwerk ist 25 Jahre alt

10. September 2015, 11:30
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1990 begann die Arbeit an den Standards, die die Kommunikationswelt grundlegend verändern sollten

Der Datenaustausch zu Hause oder die Verbindung von Computer. Handy, Tablet und Co. ins Internet wäre ohne dieser Technologie heute kaum vorstellbar. Drathlosnetzwerke, kurz Wi-Fi oder WLAN, sind eine wichtige Grundlage moderner Kommunikation.

Seit 1990 arbeiten Forscher daran, Geräte miteinander drahtlos zu vernetzen und diese Verbindungen immer leistungsstärker zu gestalten. Die WLAN-Technologie wird heuer also ein Vierteljahrhundert alt, wie Heise berichtet.

Erster Standard erscheint 1997

Nach sieben Jahren Forschung und Entwicklung ist es 1997 so weit, des bis heute zentralen IEEE-Standard 802.11 wird publiziert. Über das 2,4-GHz-Band können die Forscher unter Laborbedingungen Informationen mit zwei Megabit pro Sekunde ohne Kabel hin und her schicken. Von WLANs in fast jedem Haushalt ist man freilich noch weit entfernt, beginnt sich doch erst das Internet als solches gerade erst als Medium für die Massen zu etablieren.

1999 gelingt es bereits, elf Megabit zu übertragen. Der Standard 802.11b ist jener, der zuerst eine nennenswerte Verbreitung findet. Geräte mit integrierten Plattformen, die Modem, Router und WLAN-Funktion vereinen, gibt es da aber noch nicht. Wer ein Drahtlosnetzwerk möchte, musste sich die Hardware einzeln besorgen und in Kombination zum Laufen bringen.

Im gleichen Jahr gründeten Unternehmen wie Nokia, Cisco und Co. die Wireless Ethernet Compatibiliy Alliance (WECA), um gemeinsame Standards sicher zu stellen. Heute kennt man den Verband unter dem Namen "Wi-Fi Alliance".

Durchbruch mit 802.11g

2002 brachte die IEEE die Weiterentwicklung 802.11g an den Start. Hier wurden auf 2,4 GHz unter Bestbedingungen 54 Megabit pro Sekunde gefunkt. Drahtlosnetzwerke begannen langsam, in den Alltag einzusickern. Viele Routerhersteller statteten ihre Geräte nunmehr auch mit WLAN-Funktion aus und auch zahlreiche Notebooks müssen nicht mehr mit einem zusätzlichen Steckmodul beglückt werden, um ohne Kabel auf die Datenautobahn zu gelangen.

2003 gesellte sich der Sicherheitsstandard WPA als Nachfolger des recht unsicheren WEP hinzu. Verzichteten Nutzer lange darauf, ihre Netze mit Passwörtern abzusichern, ist diese Absicherungsmaßnahme bald Usus in der Standardkonfiguration neuer Router. Die verbesserte Variante WPA2, die bis heute genutzt wird, folgt bereits im Jahr danach.

Stau in den Städten

Den nächsten Meilenstein erreicht die WLAN-Technologie schließlich mit 802.11n anno 2009. Möglich sind damit theoretisch bis zu 600 Mbit/s, sowohl auf 2,4 und fünf GHz. Die meisten Consumer-Geräte verfügen allerdings nur über zwei Antennen und erreichen folglich maximal 300 Mbit/s. Weil WLANs in immer mehr Haushalte einziehen und der n-Standard schnell Einzug hält, ergeben sich in Ballungsräumen erste Probleme mit Frequenzüberlagerungen. Kabelnetzwerke sind im Heimbereich mittlerweile eine Minderheit.

Immer schneller

Die Gigabit-Schwelle durchbricht 2013 schließlich 802.11ac. Mit diesem Standard sind unter Bestbedingungen bis zu 1,3 Gbit/s transportierbar. Die Adoption verläuft nochmals schneller, als bei seinen Vorgängern. Nicht nur viele Netzwerkkarten und Router unterstützen ihn mittlerweile, auch zahlreiche Smartphones und andere Mobilgeräte funken auf seiner Basis. Ausgereizt ist diese Spezifikation derweil noch nicht – dank neuer Codierung sollen in Zukunft Bruttodatenraten von bis zu 6,9 Gigabit pro Sekunde möglich sein. (gpi, 10.09.2015)

  • Linksys WRT-54G – einer der beliebtesten WLAN-Router der 802.11g-Ära.

    Linksys WRT-54G – einer der beliebtesten WLAN-Router der 802.11g-Ära.

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