Kraterwände auf Zwergplanet Ceres übertreffen die Eiger-Nordwand

9. September 2015, 17:39
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Sonde Dawn liefert Daten zum Krater Occator – Forscher erstellen dreidimensionales Modell

Köln – Auf dem Zwergplaneten Ceres gibt es Kraterwände, die höher sind als die berühmte Eiger-Nordwand, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Mittwoch in Köln mitteilte. Neue Aufnahmen der NASA-Sonde Dawn zeigen demnach, dass die Wand des Ceres-Kraters Occator an manchen Stellen fast 2.000 Meter steil in die Höhe ragt. Zum Vergleich: Die steile Nordwand des Eiger in den Berner Alpen ist gut 1.800 Meter hoch.

Neue Einblicke

An manchen Stellen sei der Rand des Occator-Kraters "fast senkrecht, an anderen Stellen ist sehr viel Material ins Innere des Kraters nachgerutscht", erläuterte der DLR-Planetenforscher Ralf Jaumann. Warum Occators Kraterrand mal stabil und mal sehr instabil ist, können sich die Wissenschafter demnach noch nicht erklären.

Mit den Aufnahmen der deutschen Kamera von Dawn erstellen die Wissenschafter des DLR-Instituts für Planetenforschung derzeit ein dreidimensionales Geländemodell von Ceres. Dawn umkreist den Zwergplaneten in einer Höhe von 1.470 Kilometern und soll sich der Ceres-Oberfläche demnächst auf bis zu 375 Kilometer nähern.

Die Mission

Die NASA-Raumsonde war Anfang März nach mehr als siebenhalbjähriger Reise in eine Umlaufbahn um den eisigen Zwergplaneten eingeschwenkt. Zuvor hatte sie im Juli 2011 den Asteroiden Vesta erreicht, den sie bis September 2012 umkreiste. Das zweite Ziel Ceres ist mit fast 1.000 Kilometern Durchmesser der größte Himmelskörper im Asteroidengürtel zwischen den Planeten Mars und Jupiter.

Die Erforschung des Zwergplaneten soll Aufschluss über die Entstehung unseres Planetensystems vor viereinhalb Milliarden Jahren geben. Seither hat Ceres sich nach bisherigen Erkenntnissen kaum verändert: Der 1801 entdeckte und nach der römischen Göttin des Ackerbaus benannte Himmelskörper blieb in der Frühphase seiner Entwicklung stecken.

Geleitet wird die "Dawn"-Mission vom Jet Propulsion Laboratory der US-Weltraumbehörde NASA. Das Kamerasystem an Bord der Sonde wurde unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen in Zusammenarbeit mit dem DLR-Institut für Planetenforschung und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze in Braunschweig entwickelt und gebaut. (APA/red, 9. 9. 2015)

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