Julius Bär: Klage wegen DDR-Geldern

9. September 2015, 17:34
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Deutsche wollen 100 Millionen Euro von Julius Bär

Zürich – Das Bezirksgericht Zürich wird über die Klage einer deutschen Behörde gegenüber der Privatbank Julius Bär wegen verschwundener DDR-Gelder befinden. Die Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BvS) ist für die Verwaltung der ehemaligen DDR-Vermögen zuständig. Sie verlangt von der Privatbank über 100 Mio. Euro.

Es handelt sich dabei um Gelder der ehemaligen Novum Handelsgesellschaft, die in den 50er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts nach DDR-Recht gegründet wurde. Sie war im Außenhandel tätig, insbesondere mit Österreich. Ihre Gesellschafter waren zwei Österreicher, beide Mitglieder der Kommunistischen Partei Österreichs.

Nach der Wende wurde die Novum, wie auch das ganze Vermögen der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), zur korrekten Entflechtung und Verteilung der BvS unterstellt.

Millionen verschunden

Zwischen dem Mauerfall und der Unterstellung der Vermögen unter die BvS verschwanden jedoch Gelder in Millionenhöhe aus den verschiedenen Kassen. Auch aus jenen der Novum. Sie sollen unter anderem auf den Konten einer von der Julius Bär übernommenen Bank gelandet sein.

Die BvS will all die Millionen nun wieder eintreiben. Allerdings: Das Geld wurde längst wieder von den Konten abgezogen, die Spuren sind verwischt. Haftbar gemacht werden nun deshalb die Banken, welche diese Bezüge nicht verhindert haben. (sda, 10.9.2015)

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