Henning Mankell: "Werde wohl an Krebs sterben"

9. September 2015, 14:11
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Die Therapien schlugen bei Mankell gut an. Dennoch glaubt der Bestsellerautor, dass er an der Krankheit sterben werde

Stockholm – Für den schwedischen Bestseller-Autor Henning Mankell (67) macht sich sein Krebsleiden im Alltag kaum bemerkbar. "Ich habe keine Schmerzen, manchmal muss ich mich sogar daran erinnern, wie krank ich bin", sagte er dem Magazin "Stern". Trotzdem rechnet er nach eigenen Worten nicht damit, den Krebs zu besiegen: "Ich werde wohl an dieser Krankheit sterben. Wann? Keiner weiß es."

Der Autor der Kurt-Wallander-Krimis erinnert sich noch gut an den Tag Ende 2013, als er die Diagnose bekam. Wegen eines vermeintlich verspannten Nackens sei er zum Arzt gegangen, wo man ihn untersuchte und ihm dann mitteilte, dass man einen Mutter-Tumor in der Lunge und eine Metastase im Nackenwirbel gefunden habe. "An einer Kreuzung sah ich ein kleines Mädchen, sechs, sieben Jahre alt, sie hüpfte voller Freude in einer Schneewehe auf und ab", erzählte er über die Heimfahrt nach dem Arztbesuch. "Ich dachte, dass ich auch oft gehüpft bin. Und dass ich jetzt nicht mehr hüpfe. Dass jetzt nur noch sie hüpft. Dass sich mein Leben gerade fundamental verändert hat, für immer."

Die Therapien schlugen bei Mankell gut an, inzwischen sieht er seinen Arzt etwa einmal im Monat. Zunächst "war ich sehr weit unten in einer Grube und musste mich langsam an einem Seil wieder hochziehen. Nach zwei Wochen jedenfalls dachte ich: Jetzt habe ich wieder die Kontrolle. Jetzt bin ich wieder stark genug, um mich zu wehren", sagte Mankell im Interview mit dem "Stern". In seinem neuen Buch "Treibsand" beschreibt Mankell sein Leben mit der Krankheit. (APA, red, 9.9.2015)

  • Ende 2013 erhielt der Schriftsteller die Diagnose: Mutter-Tumor in der Lunge und eine Metastase im Nackenwirbel.
    foto: apa/dpa/inga kjer

    Ende 2013 erhielt der Schriftsteller die Diagnose: Mutter-Tumor in der Lunge und eine Metastase im Nackenwirbel.

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