Festgenommener in Bangkok übergab Bombenrucksack

9. September 2015, 13:47
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Geständnis gibt noch keine Hinweise auf Hintermänner und Motiv

Bangkok – Gut drei Wochen nach dem folgenschweren Anschlag in Thailands Hauptstadt Bangkok hat einer von zwei festgenommenen Verdächtigen laut Polizei gestanden, den Rucksack mit der Bombe kurz vor der Detonation an einen anderen Mann übergeben zu haben. Yusufu Mieraili habe am 17. August an einem Bahnhof einen "schweren Rucksack" an den Mann mit dem gelben T-Shirt ausgehändigt.

Dieser deponierte den Sprengsatz wenig später am Erawan-Schrein und war auf Videoaufnahmen vom Schauplatz zu sehen, sagte Polizeisprecher Prawut Thavornsiri am Mittwoch. Mieraili war vergangene Woche festgenommen worden. Er gestand demnach, eine wichtige Rolle bei dem Anschlag übernommen zu haben. Laut Prawut sollte er nach der Übergabe des Rucksacks selbst zum Schrein gehen und Fotos von der Explosion machen. Weil ihm eine Säule den Blick verstellt habe, sei er aber von dort fortgegangen. Wer den Anschlag organisierte und mit welchem Motiv, dazu äußerte sich der Polizeisprecher auch am Mittwoch nicht.

Chinesischer Pass

Mieraili war bei seiner Festnahme im Besitz eines chinesischen Passes. Als sein Geburtsort wurde darin die Region Xinjiang genannt, dort lebt die Minderheit der turksprachigen Uiguren. Eine offizielle Bestätigung für Mierailis Nationalität von den Ermittlern gibt es aber nicht.

Nach dem Anschlag, bei dem 20 Menschen getötet und mehr als 120 weitere Menschen verletzt worden waren, haben die Behörden insgesamt zwei Verdächtige festgenommen. Der zweite Verdächtige war in einer Wohnung in einem Vorort von Bangkok festgenommen worden. Bei ihm wurden Materialien zum Bau von Sprengsätzen und dutzende gefälschte türkische Pässe gefunden. Auch bei ihm handelt es sich aber offenbar nicht um den Drahtzieher. Die Polizei sucht im Zusammenhang mit dem Anschlag nach zehn weiteren Verdächtigen.

Das Motiv für den Anschlag ist weiter unklar. Zu den Hypothesen für die Hintergründe zählt auch ein Racheakt für die Zwangsausweisung von Uiguren nach China. (APA, 9.9.2015)

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