Polizei sperrte B10 im Burgenland

9. September 2015, 20:17
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Aufgegriffene sollen in Betreuungseinrichtungen gebracht werden

Nickelsdorf/Hegyeshalom – Die Polizei hat am Mittwochnachmittag die B10 in Nickelsdorf (Bezirk Neusiedl am See) gesperrt. Wie Helmut Marban, Sprecher der Landespolizeidirektion Burgenland, der APA mitteilte, waren rund 800 Flüchtlinge zu Fuß auf der Bundesstraße vom Grenzübergang Hegyeshalom nach Österreich unterwegs.

Wie Helmut Marban, Sprecher der Landespolizeidirektion Burgenland, mitteilte, wurden die Personen inzwischen mit Zügen Richtung Wien bzw. in Betreuungseinrichtungen gebracht. allerdings sich aus Ungarn allerdings 300 weitere Personen auf den Weg zum Grenzübergang Hegyeshalom gemacht.

880 Flüchtlinge bis Mittwochvormittag

Nach einem relativ ruhigen Dienstag haben von Mitternacht bis Mittwochvormittag 880 Flüchtlinge die österreichische-ungarische Grenze bei Hegyeshalom passiert. Sie wurden mit Sonder- und Regionalzügen nach Wien gebracht, teilte die Landespolizeidirektion Burgenland mit.

Von Montag- bis Dienstagfrüh reisten rund 7.000 Asylsuchende durch Wien, so gut wie alle sind laut Polizeiangaben weitergereist. Am Dienstag wurden nur 156 aus Ungarn kommende Flüchtlinge von den österreichischen Behörden registriert.

Seit Beginn der Schwerpunktaktion gegen Schlepper, die nach dem Flüchtlingsdrama auf der Ostautobahn (A4) mit 71 Toten gestartet wurde, konnte die Polizei auf den Straßen unterdessen 30 Schlepper fassen. Auch in Zügen soll wieder gezielt nach Schleppern gesucht – "nach Maßgabe der personellen Kapazitäten".

Hunderte in Salzburg erwartet

Wie schon in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch so werden auch in der Nacht auf Donnerstag wieder einige hundert Flüchtlinge am Salzburger Hauptbahnhof Station machen. Der Zug, der kurz vor Mitternacht aus Wien in Salzburg eintrifft, hat keinen Anschlusszug mehr nach München. Wieviele Menschen dann bis in den frühen Morgen auf Feldbetten, in Decken gehüllt oder in einer von der ÖBB bereitgestellten Zuggarnitur übernachten werden, konnte der Sprecher des mit der Koordination betrauten Landesregierungsmitgliedes Sepp Schwaiger (ÖVP) auf Anfrage des STANDARD nicht sagen. Von Dienstag auf Mittwoch waren es jedenfalls 450, eine ursprünglich von freiwilligen Helfern genannte Zahl von etwa 1000 Menschen dürfte sich aber nicht bewahrheiten. "Wir sind aber auch auf diesen Fall vorbereitet", heißt es vonseiten derLandesregierung.

Insgesamt haben am Dienstag erneut 5.600 Menschen den Salzburger Bahnhof passiert. Die ÖBB fährt wieder im Regelbetrieb, Sonderzüge seien derzeit nicht vorgesehen, sagt ÖBB-Sprecher Rene Zumtobel zum STANDARD. "Wir sind jetzt auch an der Grenze des Machbaren." Für die kommenden Tage bleiben die Einsatzkräfte am Salzburger Bahnhof im Einsatz. "Wir gehen davon aus, dass die Reisendenbewegung weiterhin hoch bleiben wird", teilt Landespolizeidirektor Franz Ruf mit. (APA, Thomas Neuhold, 9.9.2015)

  • 450 Flüchtlinge mussten in der Nacht auf Mittwoch wieder in Salzburg übernachten.
    foto: apa/barbara gindl

    450 Flüchtlinge mussten in der Nacht auf Mittwoch wieder in Salzburg übernachten.

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